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Einseitige Taubheit

„Danke, dass ich mit dabei sein durfte!“

Ein Bericht von der DCIG-Blogwerkstatt

02. März 2022

Ich bin… Umweltnaturwissenschaftler Carsten Schaller

Der Wissenschaftler mit Schwerpunkt Umweltphysik mit Mikrometeorologie und Klimatologie wuchs im oberfränkischen Selb nahe der tschechischen Grenze auf. Schaller trägt CIs und macht sich nicht nur für ein gemeinsames Europa stark, sondern auch für Fridays for Future.

Bildrechte: Carsten Schaller 

„Ich habe Geoökologie in Bayreuth studiert und Klimatologie in Münster. Zu Beginn meiner Anstellung an der Universität Münster erhielt ich Unterstützung bei der Beantragung einer FM-Anlage. Das war sehr hilfreich. Zu meinen Aufgaben zählt heute die Klimaforschung mit dem Schwerpunkt auf Moor-Ökosystemen im Klimawandel. In den letzten fünf Jahren habe ich zur Treibhausgasbilanz eines wiedervernässten Moores im südwestlichen Niedersachsen geforscht und zu Methan-Flüssen von Permafrost-Ökosystemen in Sibirien. Daneben unterrichte ich „Verarbeitung und Analyse von Umweltdaten“ mit etwa 25 Studierenden pro Kurs. Im kommenden Sommersemester gebe ich zusätzlich ein Seminar zur Wissenschaftskommunikation. Das Arbeiten mit Studierenden macht mir viel Spaß. Bei Forschung ohne Lehre würde mir etwas fehlen.“Umweltnaturwissenschaftler Carsten Schaller

„Missverständnisse am Arbeitsplatz kommen selten vor. Die Kommunikation mit den Studierenden klappt deutlich besser als gedacht. Natürlich auch, weil die Studierenden durch meinen offenen Umgang mit dem Handicap wissen, wie sie mit mir im Kurs kommunizieren müssen. Meine beiden CIs sind grün und gut sichtbar. In der jeweils ersten Stunde meiner Veranstaltungen weise ich auf das Thema Nachteilsausgleich und Inklusion mit Handicap an der Hochschule hin. Es ist erschreckend, wie wenig bekannt das Recht auf Nachteilsausgleich bei Studierenden mit Beeinträchtigung ist. Sollte ich jemanden akustisch nicht verstehen, weise ich in der Regel darauf hin. Für Vorträge nutze ich eine FM-Anlage und im Büro ist das Telefon mit der FM-Anlage gekoppelt. Für das Telefonieren mit dem Handy verwende ich eine Induktionsschleife. Die Work-Life-Balance in der Wissenschaft tendiert eher zu „Work“ denn zu „Life“ - hier muss man gut auf sich aufpassen, und bewusst dafür sorgen, dass nach „Work“ genügend „Life“ übrig bleibt.“

Umweltnaturwissenschaftler Carsten Schaller

„Tatsächlich ist mein ehrenamtliches Engagement mein größtes Hobby. Ich bin im Vorstand für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei HörEnswert e.V. Natürlich fließt das, was ich in der Wissenschaft tue, auch in den Verein: wir haben ein deutliches Statement für den Klimaschutz veröffentlicht und achten darauf, klimafreundlich zu arbeiten. Bahnfahrten werden bezuschusst – Autofahrten nicht. Alle Publikationen sind klimaneutral auf Recyclingpapier gedruckt und der Vereins-Server läuft mit Ökostrom. An der Uni Münster unterstütze ich zudem die studentischen Inklusionstutoren – das sind Studierende, die ihrerseits Ansprechpartner für Kommilitonen mit Beeinträchtigung sind. In meiner Freizeit lese ich gern, spiele Badminton, gehe schwimmen oder wandern. Außerdem backe ich gerne Brot. Mein Favorit ist aber die bayerisch-böhmisch-österreichische Süßspeisenküche.“

Dieser Artikel erschien zuerst in der Schnecke 107 / März 2020, weitere Beiträge aus der Serie "Ich bin..." sehen sie auf unserer Rubrikenseite "Bildung und Beruf".

Text: Nadja Ruranski, M.A. Fotos: privat.


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