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„Danke, dass ich mit dabei sein durfte!“

Ein Bericht von der DCIG-Blogwerkstatt

Seminar: CI-Zertifizierung und CI-Register

Bereits zum 3. Mal hat das Universitätsklinikum Freiburg zum CI-Online-Seminar eingeladen. Was aus der Not geboren wurde, ist für den Ärztlichen Direktor Professor Andreas Kopf inzwischen ein festes, erfolgreiches niederschwefliges Angebot. Mit 180 Anmeldungen und weit über 100 Teilnehmern, würden viel mehr Personen erreicht, als mit Präsenz-Veranstaltungen. Ein wesentliches Thema der Veranstaltung: die CI-Zertifizierung und das geplante CI-Register. 

Seit dem 1.09.2021 führt die Firma Clarcert die Zertifizierung von CI-versorgenden Einrichtungen nach den fachlichen Vorgaben der DGHNO-KHC (Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.) an. Grundlage dafür ist die Leitlinie mit dem Stand Oktober 2020, die sehr aufwändig überarbeitet worden ist. Sie soll eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Cochlea-Implantaten ermöglichen. 

Weißbuch zur CI-Versorgung

Das Weißbuch, das im Mai 2021 in der zweiten Auflage erschienen ist, enthält die Angaben zur Umsetzung der Leitlinie. Darin sind die Strukturen und Anforderungen beschrieben, die CI-versorgende Einrichtungen, CIVE, erfüllen müssen. Die präoperative Diagnostik, die Operation, die audiologische Therapie und die medizinischen Kontrollen müssen von stationären, bettenführenden Hauptabteilung für HNO durchgeführt werden. Das Weißbuch schreibt zum Beispiel auch den Personalschlüssel vor. Die Rehabilitation und technische Nachsorge kann von Kooperationspartnern übernommen werden.

Die Dokumente sind im Internet für jeden abrufbar. Damit werde das Verfahren transparent und nachvollziehbar, erklärt Antje Aschendorf, Professorin für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde mit Schwerpunkt Cochlear Implantat am Universitätsklinikum Freiburg.

CI-Zertifizierung: große Nachfrage

Bisher gibt es viele Einrichtungen und individuelle Lösungen, die untereinander nicht vergleichbar sind. Die Zertifizierung schreibt Standards fest und gewährleistet langfristig die Qualität der CI-Versorgung.

Bisher bieten in Deutschland über 100 Kliniken Cochlea Implantationen an. Von diesen Kliniken haben (Stand 2022) 43 Anfragen und 39 Anträge für die CI-Zertifizierung gestellt. 23 Kliniken sind inzwischen zertifiziert. 

CI-Register ist der nächste große Schritt

Um die Notwendigkeit eines CI-Registers zu veranschaulichen, zieht Aschendorff den Vergleich zu Brustimplantaten. Seit 2010 wurde bekannt, dass ein Hersteller die Implantate mit billigem Industrie-Silikon gefüllt hatte, entsteht als Folge ein Implantationsregister. 

Betroffen waren in Frankreich rund 30.000 Frauen, aber auch in tausende in Deutschland. Problem sei, so Aschendorff, dass es kein Register gab, niemand habe gewusst, wer sie erhalten hatte. Dieser Skandal habe dazu geführt, dass die Politik entschieden habe, eine Implantate-Register aufzubauen. Dies werde inzwischen auch umgesetzt, so die Professorin. Damit werde die Qualität und Sicherheit der Implantate gewährleistet, um die Patienten und deren Gesundheit zu schützen. Außerdem würden Informationen über die Implantate und die medizinische Versorgung gesammelt.

Einführung dauert noch Jahre

Bis das Register für CI steht, werden nach Schätzungen noch vier Jahre vergehen, so Aschendorff. Dass die Kliniken die Operationen melden werden sei sicher, weil daran die Vergütung geknüpft sein wird. (mr)


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