Schnecke 117

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9. Januar 2022

Geräuschjagd mit Büffelgame

Die Firma Büffelheld wird manchen Eltern von Schulkindern als Lernplattform für Schulkinder bekannt sein. Zudem hat die Firma das Büffelgame entwickelt, ein innovatives Lernspiel, das aus einer Kombination aus digitaler App und analogen Spielchips besteht. Mit dem CIC-Hörspiel ist nun aber auch ein Hörtrainingsprogramm für CI-Träger (und vermutlich auch für Hörgeräte-Nutzer) im Programm, das unsere Autorin uneingeschränkt empfehlt.

Das Büffelgame besteht aus einem Spielset mit 20 Plättchen, die aus recycletem Kunststoff nachhaltig produziert wurdenund je einen NFC-Chip enthalten. Mit einem Mobiltelefon (Android Version 5.0 oder höher, bei iOS Geräten ein iPhone 7 oder höher), das einen NFC-Reader enthält, kann das Spiel betrieben werden. Dazu muss eine (kostenlose) App, nämlich Büffelgame, heruntergeladen werden. Diese App enthält neben einigen weiteren Spielen das CIC-Hörspiel. Das CIC-Hörspiel ist eine Sammlung aus Geräuschen aus acht Themenbereichen: Mensch, Reisen, Freizeit, Musikinstrumente, Tiere, Büro, Haus und Alle. Diese Geräusche können auf drei Arten erspielt werden: Geräusche entdecken, Geräusche unterscheiden und als Memory. Außerdem lässt sich die Lesbarkeit durch die Auswahl von Schriftgröße, Buchstaben- oder Wortabstand verbessern. Für das Spielen mit mehreren Spielern können die regulären 20 Spielsteine auf 30 der 40 erweitert werde. Zur Vorbereitung der Spielmodi „Geräusche entdecken“ und „Geräusche unterscheiden“ wählt der Spieler aus, mit wie vielen Chips er spielen möchte und ob zu den Geräuschen Bilder oder Videos gezeigt werden sollen. Beim CIC-Hörspiel-Memory können die Spielenden zwischen vier verschiedenen Spielmodi entscheiden: Geräusch-Bild-Zuordnung oder Geräusch-Video oder Geräusch-Wort oder Geräusch-Geräusch. So kann auch ein Memory immer wieder variiert werden.

Geräusche entdecken

Ein Chip wird zum Scannen an den Sensor gehalten und dann ertönt ein Geräusch. Das Geräusch dauert ausreichend lang (mindestens etwa zehn Sekunden bzw. es wird über diesen Zeitraum wiederholt), um genügend Zeit zu haben, sich einzuhören. Dann kann man auf „Auflösen“ tippen und ein Bild oder Video wird dargeboten, das zeigt, wie das Geräusch entsteht. Auf Wunsch kann das Geräusch beliebig oft ohne oder mit Bild wiederholt werden. Wenn man die Frage „Hast Du das Geräusch richtig geraten?“ durch Antippen von „Ja“ oder „Nein“ beantwortet, kann der nächste Chip gescannt werden. Scannt man versehentlich einen Chip ein weiteres Mal, erhält man dazu eine Rückmeldung, kann dieses Geräusch aber selbstverständlich erneut anhören und das Spiel fortsetzen. Hat man alle Chips gespielt, erfolgt eine Rückmeldung über die verwendete Spielzeit sowie die richtig geratenen Geräusch. Das Spiel kann dann erneut gespielt werden oder man wird zur Auswahl zurückgeführt.

Geräusche unterscheiden

Hier hat man die Wahl, ob zwei, drei oder vier Bilder bzw. Videos gezeigt werden, wenn man ein Geräusch gehört hat. Jedes Lösungsbild oder Lösungsvideo wird zunächst einzeln gezeigt, dann kann man sich eine Übersicht aller zwei, drei oder vier Bilder oder Videos anzeigen lassen und das richtige auswählen. Bei falscher Auswahl erscheint das falsch gewählte Bild oder Video blasser und kann nicht mehr ausgewählt werden. Bei richtiger Antwort erhält das Bild einen grünen Rahmen und das Geräusch mit Bild oder Video ist erneut zu hören. So wird die Erinnerungsschleife gefestigt.

Memory

Beim Memory-Spiel muss zunächst die Entscheidung über den Spielmodus getroffen werden, also ob man das Geräusch mit einem Bild, einem Video, dem Wort oder dem gleichen Geräusch paaren möchte. Nachdem man die Anzahl der Chips ausgewählt hat, gibt es noch die Option des Mehrspieler-Modus. Hier können die Namen der Spieler eingetragen werden, so dass am Ende die Ergebnisse auch dem jeweiligen Spieler zugeordnet werden können. Es wird nun immer angezeigt, welcher Spieler an der Reihe ist. Wer ein Memory-Paar gefunden hat, ist erneut an der Reihe. Nach jedem abgeschlossenen Spiel erhält der Spielende eine Rückmeldung. Diese enthält eine Übersicht über die Spielzeit sowie die richtigen Zuordnungen beim ersten Versuch und zweiten Versuch. So kann man für sich selbst feststellen, ob man sich verbessert hat. Spielt man das Memory mit mehreren Spielern oder einer größeren Anzahl von Spielchips oder beides, empfiehlt es sich, die kostenlos herunterladbaren Spielbretter zu nutzen. Es ist nämlich erstaunlich schwierig, sich die Position runder Chips (im Vergleich zu eckigen Spielkarten) zu merken.

Fazit

Das CIC-Hörspiel von Büffelheld bietet eine große Auswahl unterschiedlicher Geräusche, die unterschiedlich leicht zu erraten oder zu erkennen sind und so auch für erfahrene CI-Träger (Kinder wie Erwachsene) noch Herausforderungen bieten. Das CIC Rhein-Main hat mit der Expertise eines erfahrenen und kreativen CI-Zentrums ein ansprechendes Repertoire zusammengestellt. Weitere Inhalte sind angekündigt, und es ist gut vorstellbar, dass auch Hörebenen wie linguistische Minimalpaare, Wörter, Sätze und Textverstehen mit dieser Technik in eine Spielform gebracht werden können. Die verschiedenen Optionen, die klare Struktur, ansprechende Bilder und Videos und die Möglichkeit, alleine oder auch zu mehreren zu spielen, machen das Hörtrainingsprogramm so wertvoll. Dass die Spielchips darüber hinaus für zahlreiche kostenlose wie kostenpflichtige Lernspiele für alle Altersgruppen genutzt werden können, macht sie für Spielzeiten in der Familie noch einmal wertvoller. Man merkt, dass sich Lernexperten, allen voran Marcus Rothe und Maximilian Höres (welch passender Name!), Lehrer und Gründer von Büffelgame, viele gute Gedanken gemacht haben und dass ihre Kinder vermutlich ihre schärfsten Kritiker sind.

Auf der Internetseite bueffelheld.de/bueffelgame finden sich weitere praktische Informationen, die Bezugsquelle sowie der aktuelle Preis (37 Euro) ebenso wie Videos, die die Spielweise demonstrieren. Wer sich das Spiel als Praxis oder Therapiezentrum präsentieren lassen möchte, kann sich unter bueffelheld.de/Bueffelgame/contact anmelden.

Text: Dr. Barbara Eßer-Leyding, Cochlear Implant Centrum Wilhelm Hirte, Fotos: Büffelheld GmbH, Dr. Barbara Eßer-Leyding

Diese Rezension erschien in der Schnecke 114/Dezember 2021.


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