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„Danke, dass ich mit dabei sein durfte!“

Ein Bericht von der DCIG-Blogwerkstatt

01. Juli 2021

„Es ist wirklich wichtig, Selbsthilfegruppen zu organisieren“

In Spanien leben knapp 50 Millionen Einwohner. Wie sieht es auf der iberischen Halbinsel mit der CI-Versorgung aus? Das haben wir Teresa Amat, Euro-CIU-Präsidentin und Koordinatorin der Federación AICE, gefragt.

Teresa Amat

Wieviele Menschen sind in Spanien mit einem Cochlea-Implantat versorgt und werden diese Implantationen offiziell festgehalten?

In Spanien wurden etwa 18.250 Cochlea-Implantate implantiert. Die Federación AICE verfolgt Cochlea-Implantationen mit größtmöglicher Effizienz. Ein nationales Register gibt es in Spanien nicht.

Wer trägt in Spanien die Kosten einer CI-Versorgung?

Das Cochlea-Implantat wird in Spanien von der Krankenkasse übernommen. Das Zubehör und die Batterien müssen allerdings von den Familien bezahlt werden.

Die Implantation kann in einem von mehr als 40 Krankenhäusern und Kliniken im ganzen Land durchgeführt werden.

Auch die Prozessor-Updates sind durch das nationale Gesetz alle sieben bis neun Jahre abgedeckt, aber je nach Region wird dies nicht immer eingehalten. Die Federación AICE arbeitet daran, dieses Ungleichgewicht zwischen den Provinzen zu beseitigen.

Gibt es ein bundesweites Neugeborenen-Hörscreening?

In den letzten Jahrzehnten hat Spanien an der Implementierung des Neugeborenenscreenings in öffentlichen und privaten Krankenhäusern und Kliniken gearbeitet. Heute wird jedes Baby, das in einer medizinischen Einrichtung geboren wurde, innerhalb der ersten Lebenstage gescreent. Nicht alle europäischen Länder haben es, aber die Euro-CIU hilft den nationalen Verbänden dabei sich dafür einzusetzen.

Welche Rolle spielt die Selbsthilfe?

Die Federación AICE setzt sich für die Verbesserung der Beziehungen zwischen CI-Nutzern und ihren Familien sowie für die Rechte von CI-Nutzern ein. Dies tun wir über Beratung, Veranstaltungen, Aktivitäten, Social-Media-Gruppen, Hilfe für CI-Nutzer bei spezifischen Problemen und so weiter.

Es ist sehr wichtig, Selbsthilfegruppen einzurichten. Nicht nur für CI-Kandidaten, um ihre Ängste vor einer Implantation zu kennen und zu besprechen, sondern auch für CI-Träger und deren Angehörige, um über ihre Erfahrungen zu sprechen und voneinander zu lernen. Die Federación AICE fördert den Austausch zwischen den Familien und hat spezielle Veranstaltungen, um Gruppen ähnlichen Alters oder ähnlicher Situationen zusammenzubringen, so zum Beispiel Geschwistergruppen von CI-Trägern, oder Gruppen für Senioren und Elterngruppen. Auch ein Sommercamp für Jugendliche organisiert die Federación AICE, um sie zu stärken und zu fördern.

Auch die Euro-CIU bietet übrigens ein solches Sommercamp für Jugendliche an, um junge Menschen aus ganz Europa zusammenzubringen, damit diese sich austauschen und sich der Welt öffnen. Einige der Kinder erwähnten dabei, dass sie zuvor nicht über das Cochlea-Implantat in anderen Ländern nachgedacht hätten und vor dem Treffen glaubten, keine andere Sprache lernen zu können. (nr)

Fotos: Privat

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