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Wenn nach taub auch noch blind kommt – Leben mit dem Usher-Syndrom

„Danke, dass ich mit dabei sein durfte!“

Ein Bericht von der DCIG-Blogwerkstatt

27. August 2022

Annabelle Schmied ist Med-El Deutschland Stipendiatin

Die 19-jährige BWL-Studentin ist die fünfte Cochlea-Implantat-Nutzerin, die Med-El jährlich mit einem Stipendium fördert.

Foto: privat

Eine frühesmögliche Versorgung, viel Fleiß und Disziplin, Förderung durch die Eltern und Familie sowie dem ungebrochenen Glauben an die eigenen Fähigkeiten: dafür steht Annabelle Schmied, die diesjährige MED-EL Deutschland Stipendiatin. Hochgradig schwerhörig wurde die damals Vierjährige mit einem Cochlea-Implantat (CI) versorgt. Als im Teenageralter deutlch wurde, dass ein Hörgerät nicht mehr ausreicht, folgte das zweite CI.

Beide CIs ermöglichten ihr ein selbstverständliches Aufwachsen in einer hörenden Welt und damit verbunden auch das Abitur an einem Regelgymansium, das Erlernen von drei Sprachen, jede Menge Hobbys, wie Zeit mit Freunden verbringen oder Ski fahren – und ein Studium.

Jeden Tag besondere Leistungsbereitschaft

Doch all dies wäre der willensstarken jungen Frau trotz der Technologie, die sie heute hören lässt, nicht möglich gewesen ohne ihre persönliche Leistungsbereitschaft, jeden Tag aufs Neue die viel zitierte Extrameile zu gehen – sei es für sich selbst bei regelmäßigen Besuchen von Logopädiestunden oder im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der CI-Beratung, bei der sie andere Betroffene in der Entscheidungsfindung für die passende Therapie unterstützt. Nicht zuletzt dieses Engagement überzeugte das Gremium davon, unter den zahlreichen Bewerbern für das diesjährige MED-EL Deutschland Stipendium in Annabelle Schmied auszuwählen. Ab dem Herbst-Winter-Semester unterstützt Med-El die Regensburger BWL-Studentin ein Jahr lang mit monatlich 300 Euro.

Studium: besondere Herausforderung für Gehörlose und Schwerhörige

Für die meisten markiert das Studium einen Meilenstein: Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Oft in einer neuen Stadt gilt es das erste Mal fernab des elterlichen Zuhauses den Alltag selbst zu bestreiten. Für die jungen Menschen ist dies eine enorme Herausforderung, für Studierende mit einer Hörbehinderung gilt dies umso mehr. Deshalb fördert der CI-Hersteller seit 2018 die akademische Ausbildung von Hörimplantatträgern.

Motivation, Talent und Leistungsbereitschaft

Unter den zahlreichen und qualifizierten Bewerbungen beeindruckte Annabelle Schmieds Lebensgeschichte das Auswahl-Gremium ganz besonders: „Was wir durch Annabelle Schmieds berührendes Motivationsschreiben über sie lernen durften, zeigte uns, dass sie alle Eigenschaften mitbringt, die wir uns von unseren Stipendiaten wünschen: Motivation, Talent und eine außergewöhnliche Leistungsbereitschaft.

Persönlich beeindruckte mich, dass Annabelle Schmied dem Leben trotz ihrer Hörschädigung so positiv gegenübersteht und natürlich auch ihr beachtlicher Lebensweg – Regelschule, Gymnasium, Abitur, BWL-Studium. Keine Selbstverständlichkeit, auch nicht für Hörende“, begründet Med-El Deutschland- Geschäftsführer Gregor Dittrich die Entscheidung des MED-EL-Gremiums.

Talentförderung, bei der es um mehr als gute Noten geht

Entscheidend für die Auswahl ist neben der fachlichen Qualifikation vor allem die persönliche Eignung jenseits guter Noten. Professor Joachim Müller, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Leiter des Funktionsbereiches Otologie und Cochlea Implantate am Klinikum der LMU mit den Standorten Campus Innenstadt und Campus Großhadern ist behandelnder Artz von Annabelle Schmied. Er freut er sich auch ganz persönlich über diese Würdigung eines beachtenswerten Werdegangs: "Gerade ihre Lebensgeschichte verdeutlicht, wie nahe an "normal" das Leben einer Cl-Trägerin verlaufen kann: Zurzeit wohnt Annabelle Schmied in einer Zweier-WG in Regensburg. In ihrem Bekanntenkreis finden sich weitgehend oder ausschließlich Normalhörende. Neben ihrem Studium arbeitete sie im Fitness-Studio und träumt ganz selbstverständlich von einem Auslandssemester wie viele ihrer Komilitoninnen – und das als taub geborenes Mädchen. Für mich ist es immer wieder ein Wunder, was ein CI vollbringen kann!“

Anabelle Schmied folgt auf Lena Maria Stöppler, der Stipendiatin des Jahres 2021.

Quelle: Med-El


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