Schnecke 109

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DCIG und Schnecke präsentieren ein neues Format!

Am Ohr der Macht – Wer spricht für uns?

Lobbyismus in der Gesundheitspolitik

 

Die Fachzeitschrift Schnecke beleuchtet in ihrem aktuellen Schwerpunkt, wie sich Hörgeschädigte in der Politik Gehör verschaffen können und wer sie wo vertritt.

 

Senden, Juni 2017: In Deutschland werden jährlich rund 300 Milliarden Euro für das Gesundheitswesen ausgegeben. Fast fünf Millionen Menschen sind im Gesundheitsbereich tätig. Kein Wunder, dass in der Gesundheitspolitik viele Verbände und Lobby-Organisationen tätig sind, denn es geht um richtig viel: um (sehr viel) Geld für die einen, um Lebensqualität für die anderen. Umso wichtiger ist es, für die Belange von Betroffenen zu kämpfen: in der Politik, damit sie die richtige medizinische Versorgung erfahren können, in der Medizin, damit der Prozess von der Beratung über die Behandlung bis hin zur Nachsorge transparent und einfühlsam gestaltet wird. In der aktuellen Ausgabe der Schnecke stellen wir die wichtigsten Interessensvertreter für Hörgeschädigte vor, diskutieren das Pro und Contra des  derzeit praktizierten Lobbying und zeigen auf, warum es wichtig ist, dass sich Menschen in Vereinen oder der Politik  engagieren. Im Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahl haben wir die im Bundestag vertretenen Parteien zudem einem Inklusions-Check unterzogen und stellen die  gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktionen vor.

 

Weitere Themen in Schnecke Nr. 96 sind:

- MDK-Gutachter: Schicksalsmächte ohne Gesicht

- Missachtung der Rechtsprechung: Ein Sparmodell der Krankenkassen
- Hörverluste verhindern: Die DCIG fordert die Bundesregierung zum Handeln auf

- Patienten informieren Ärzte: Die Ergebnisse der DCIG-Aktion

- Aufbruch zu einer neuen Kommunikationskultur zwischen Laien und Experten

- Helden des Hörens: Graeme Clark

Cochlear Deutschland - Beats of Cochlea Festival 2017

Taub sein und Musik machen? Cochlear lädt 2 Musiker im Juli ein

Notfallblatt

13. Juni 2016

CI-Tag 2016 Leipzig1

Sprich mit mir“ – Fehlanzeige!

Drei Landesregierungen demonstrieren ihr Desinteresse an gelebter Inklusion

Drei Kultusminister waren eingeladen, am CI-Tag 2016 mit Hörgeschädigten über Inklusion in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu sprechen. Keiner erschien. Keiner schickte auch nur einen Vertreter ins Haus des Buches zu Leipzig. Allein die CDU-Landtagsabgeordnete Angela Gorr aus Halle vertrat „die Politik“ - und schlug sich umso wackerer.

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun,“ zitierte Angela Gorr ihre eigene Homepage. Sie ist behindertenpolitische Sprecherin ihrer Partei in Sachsen-Anhalt und ermunterte die rund sechzig Teilnehmer des 8. Mitteldeutschen CI-Symposiums: „Versuchen Sie sich politisch einzumischen! Treten Sie Ihren Lokalpolitikern auf die Füße!“

Wo Inklusion - halbwegs - funktioniert, das hatte die vorangehende Diskussion eindringlich gezeigt, funktioniert sie wegen des bewundernswerten Engagements Einzelner; seien es Schulleiter, Lehrer oder, oft genug, Eltern, die manchmal sogar eigenhändig dafür sorgen, dass die Akustik in Klassenzimmern stimmt.

Barbara Gängler, die Geschäftsführerin des CIV Mitteldeutschland, berichtete von frustrierenden Bemühungen, im Internet handliche Informationen über Inklusionsmaßnahmen in den drei mitteldeutschen Bundesländern zu finden: zwei magere Seiten dazu fand sie in Sachsen und Sachsen-Anhalt, und „in Thüringen gibt’s nichts.“

Mangels offizieller Weiterbildungsmaßnahmen bietet der Cochlear Implant Verband Mitteldeutschland selbst Workshops für Lehrer an, um ihnen nahezubringen, was es bedeutet, wenn in ihren Klassen hörgeschädigte Kinder sitzen. Die Reaktion? Mager. Insbesondere „in Sachsen beißen wir auf Granit,“ so Barbara Gängler.

Aber alle drei Bundesländer haben Inklusion offiziell zu ihrer Politik erklärt. Was eigentlich bedeutet, wie der Pädagogik-Professor Dr. Andreas Hinz aus Halle erläuterte, nicht nur in der Bildungspolitik „radikal umzusteuern“. Wer Inklusion wirklich wolle, müsse „eine Schule für Alle“ einführen. Katharina Kubitz vom Berufsbildungswerk Leipzig regte an, MIT Hörgeschädigten und anderen Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu reden, statt ÜBER sie: auch das wäre gelebte Inklusion.

Die Bildungsverantwortlichen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten dazu am 11. Juni eine große Chance gehabt. Eltern und ehemalige Schülerinnen schilderten im Haus des Buches eindrucksvoll, wie sie Inklusion im Alltag erlebt oder – öfter – eben nicht erlebt haben. Selten wird so offen und konstruktiv diskutiert wie an diesem CI-Tag in Leipzig. Die zuständigen Ministerien haben eine große Chance mutwillig verpasst. (uk)

 

22. Oktober 2020

Erstes vollständig implantierbares Cochlea-Implantat in Europa eingesetzt

Der österreichische Hersteller von implantierbaren Hörlösungen Med-el hat einen neuen Meilenstein in der CI-Versorgung gesetzt. 

Am 24. September 2020 wurde das erste vollständig implantierbare Cochlea-Implantat (Totally Implantable Cochlear Implant – kurz TICI) in Europa eingesetzt. Implantiert wurde es von Prof. Dr. Philippe Lefebvre, Leiter der HNO-Abteilung des Universitätsklinikums Lüttich und Professor an der Universität Lüttich in Belgien, im Rahmen einer klinischen Machbarkeitsstudie. Ein junger Mann, der an nahezu vollständigem Hörverlust litt, ist damit die erste Person in Europa, der das neuartige TICI implantiert wurde. Zukünftig wird das TICI den Nutzerinnen und Nutzern ein noch besseres und komfortableres Hörerlebnis bieten.

Cochlea-Implantate (CI) stellen zurzeit noch den Standard zur Wiederherstellung des Hörvermögens bei schwerer bis hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit dar. Dabei umgeht das Cochlea-Implantat den geschädigten Teil des menschlichen Hörapparats und sendet die Schallinformationen in Form von elektrischen Impulsen direkt an den Hörnerv. Aktuell besteht das System aus zwei Hauptkomponenten: dem Audioprozessor, der extern hinter oder frei vom Ohr am Kopf getragen wird, und dem internen Implantat, das chirurgisch unter der Haut platziert wird. Im Audioprozessor sind dabei das zur Tonaufnahme erforderliche Mikrofon sowie der Akku integriert.

Grafik: Med-el

„Unsere Cochlea-Implantate haben Hunderttausenden Menschen auf der ganzen Welt geholfen, den Hörverlust zu überwinden und ihre Lebensqualität zu verbessern. Viele Nutzerinnen und Nutzer haben den Wunsch nach einem CI geäußert, das ohne externe Komponenten auskommt, unsichtbar ist und auch im Schlaf getragen werden kann“, sagt Dr. Ingeborg Hochmair, Gründerin und CEO von Med-el. Zukünftig werden vollständig implantierbare Cochlea-Implantate mit ihrer innovativen Technologie neue Standards auf dem Gebiet der Hörlösungen setzen. Das TICI integriert alle internen und externen Komponenten eines Cochlea-Implantats – einschließlich Audioprozessor, Mikrofon und Akku – in ein System und wird unsichtbar unter die Haut eingesetzt.

„Unser vorrangiges Ziel ist es, Hörverlust als Kommunikationsbarriere und somit die Einschränkung der Lebensqualität zu überwinden. Unsere Forschung und Entwicklung basieren seit Jahrzehnten auf einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit Kliniken und universitären Einrichtungen. Nur durch diese sehr enge Kooperation ist es uns möglich, Technologien und Lösungen für Menschen mit Hörverlust kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Entwicklung einer vollständig implantierbaren Hörlösung steht seit vielen Jahren im Fokus der Forschung von Med-el. Ich bin sehr stolz auf unser engagiertes Expertenteam, das über ein Jahrzehnt hinweg mit viel Kreativität und Fleiß dieses einzigartige System entwickelt hat“, erklärt Dr. Hochmair weiter.
Mit der ersten TICI-Implantation unterstreicht Med-el erneut seine Marktführerschaft im Bereich der Hörimplantate. Das global agierende Unternehmen mit Hauptsitz in Innsbruck ist bekannt für seine starke Ausrichtung auf Forschung und Entwicklung sowie seine nutzerzentrierten Technologien.


Foto: Med-el

Prof. Dr. Philippe Lefebvre, Leiter der HNO-Abteilung des Universitätsklinikums Lüttich und Professor an der Universität Lüttich in Belgien, hat Europas erste TICI-Operation durchgeführt. Er ist einer der führenden Experten für auditive Implantologie mit breitem Fachwissen im Bereich der implantierbaren Mikrofontechnologie. „Wir sind begeistert von den Testresultaten nach der Operation. Die moderne Cochlea-Implantat-Technologie hat sich in einer beeindruckenden Geschwindigkeit weiterentwickelt. Sie liefert heute hervorragende Hörergebnisse. TICI ist ein Meilenstein auf dem Gebiet der Cochlea-Implantation. Seit den Anfängen der Cochlea-Implantation bestand immer der Wunsch, alle Komponenten in ein internes System zu integrieren“, betont Prof. Dr. Lefebvre. Im Rahmen der klinischen Machbarkeitsstudie werden in den nächsten Monaten weitere Operationen mit dem vollständig implantierbaren Cochlea-Implantat in Lüttich und München folgen. Eine Marktreife sowie Zulassung bis zur offiziellen Verfügbarkeit wird jedoch noch viele Jahre in Anspruch nehmen.

Quelle: Med-el

 


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