Schnecke 113

Gute Aussichten — Erwachsenwerden mit CI

Anzeige

Der RONDO 3 von MED-EL

Vereint gutes Design, Spitzentechnologie und noch natürlicheres Hören.

Anzeige

Cochlear Nucleus Kanso 2 

Unser neuester frei vom Ohr getragener Soundprozessor

Anzeige

CI-Infoveranstaltung

Für Interessierte und Kandidaten

7. DCIG Fachtagung

Mit dem CI durchs Leben – Veränderungen | Umbrüche | Wandel

„Danke, dass ich mit dabei sein durfte!“

Ein Bericht von der DCIG-Blogwerkstatt „Zwischen Deich und Strand“ 

Am Ohr der Macht – Wer spricht für uns?

Lobbyismus in der Gesundheitspolitik

 

Die Fachzeitschrift Schnecke beleuchtet in ihrem aktuellen Schwerpunkt, wie sich Hörgeschädigte in der Politik Gehör verschaffen können und wer sie wo vertritt.

 

Senden, Juni 2017: In Deutschland werden jährlich rund 300 Milliarden Euro für das Gesundheitswesen ausgegeben. Fast fünf Millionen Menschen sind im Gesundheitsbereich tätig. Kein Wunder, dass in der Gesundheitspolitik viele Verbände und Lobby-Organisationen tätig sind, denn es geht um richtig viel: um (sehr viel) Geld für die einen, um Lebensqualität für die anderen. Umso wichtiger ist es, für die Belange von Betroffenen zu kämpfen: in der Politik, damit sie die richtige medizinische Versorgung erfahren können, in der Medizin, damit der Prozess von der Beratung über die Behandlung bis hin zur Nachsorge transparent und einfühlsam gestaltet wird. In der aktuellen Ausgabe der Schnecke stellen wir die wichtigsten Interessensvertreter für Hörgeschädigte vor, diskutieren das Pro und Contra des  derzeit praktizierten Lobbying und zeigen auf, warum es wichtig ist, dass sich Menschen in Vereinen oder der Politik  engagieren. Im Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahl haben wir die im Bundestag vertretenen Parteien zudem einem Inklusions-Check unterzogen und stellen die  gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktionen vor.

 

Weitere Themen in Schnecke Nr. 96 sind:

- MDK-Gutachter: Schicksalsmächte ohne Gesicht

- Missachtung der Rechtsprechung: Ein Sparmodell der Krankenkassen
- Hörverluste verhindern: Die DCIG fordert die Bundesregierung zum Handeln auf

- Patienten informieren Ärzte: Die Ergebnisse der DCIG-Aktion

- Aufbruch zu einer neuen Kommunikationskultur zwischen Laien und Experten

- Helden des Hörens: Graeme Clark

Cochlear Deutschland - Beats of Cochlea Festival 2017

Taub sein und Musik machen? Cochlear lädt 2 Musiker im Juli ein

Notfallblatt

7. DCIG Fachtagung

Mit dem CI durchs Leben - Veränderungen | Umbrüche | Wandel


29. - 30. Oktober 2021 | Katholische Akademie Hamburg (KAHH)

Umbrüche und Veränderungen ziehen sich über unsere gesamte Lebensspanne hinweg. Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit ist für die Betroffenen in allen Altersstufen ein Thema. Obwohl die Themen in der frühen Kindheit andere sind als in der Jugend und Adoleszenz, im Berufsleben andere als am Ende des Lebens im hohen Alter: Letztlich tauchen doch immer wieder die gleichen Fragen auf. Wie immer ist es auch 2021 unser Anliegen, für diese Frage zu sensibilisieren, uns über die Rollen von Professionellen, Betroffenen und der Selbsthilfe auszutauschen.


Programmübersicht
FR. 29.10. 14.00 - 18.00 Uhr  Tagungsbeginn und Block I

Eröffnung

  • Videobotschaft von Dr. Eckart von Hirschhausen
  • Grußworte u.a. von Jürgen Dusel
    Auftaktvortrag von Dr. Günther Beckstein


Block I Geburt und Spracherwerb


Von Neugeborenen-Hörscreening, Diagnose, Frühförderung und der Vaterrolle mit Beiträgen u.a. von Prof. Dr. Katrin Neumann, Prof. Dr. Manfred Hintermair sowie erfahrenen CI-Eltern


SA. 30.10., 9.00 - 17.30 Uhr  Block II und Block III


Block II Schulzeit, Ausbildung und Studium


Von Schulsystemen, Förder-/Regelschulen, Blicken in die Zukunft und individuellen Lösungen mit Beiträgen u.a. von Bernd Günter, Jim und Elsa, BBW Leipzig, IFD Darmstadt


Block III Berufsleben und Ruhestand


Vom Hörgeschädigten im Beruf, Umgang mit Kollegen, Schwerbehindertenvertretung, Wohnen im Alter und Demenz u.a. mit Beiträgen von Katja Drews, Olaf Biemann, Prof. Dr. Robert Pernetzky

 


Tagungsende Schlussworte von Dr. Roland Zeh

 

Appell zum Abbau von Hörbarrieren

30. September 2021

Barrierefreier Notruf: DCIG begrüßt offizielle Einführung der App „nora“

Am Dienstag dieser Woche hat der nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul die bundesweite Notruf-App „nora“ offiziell vorgestellt. Ab sofort ist die App in fünfzehn von sechzehn Bundesländern nutzbar – theoretisch. Aufgrund der starken Nachfrage wurde die Downloadmöglichkeit heute vorübergehend eingestellt. 

Notruf App für Menschen mit Sinnesbehinderung
Die neue Notruf-App „nora“, Foto: IM NRW/Bernd Thissen 

Die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft e. V. (DCIG) begrüßt die Einführung der Notruf-App ausdrücklich. Mit „nora“ ist es nun auch hörbehinderten Menschen möglich, in einer brenzligen Situation einen Notruf abzusetzen und Hilfe anzufordern. „Dies ist ein großer Meilenstein und baut Hörbarrieren ab“, so Annalea Schröder, politische Referentin der DCIG. „Für viele hörbehinderte Menschen stellt telefonieren trotz Hörhilfen, wie beispielsweise Cochlea-Implantaten oder Hörgeräten und technischem Zubehör, eine große Herausforderung dar. Das betrifft insbesondere Personen, die auf das unterstützende Mundbild angewiesen sind. Eine Notsituation ist eine besondere Stresssituation, welche das Hören und Verstehen zusätzlich erschwert“, erklärt Schröder.

Dass der Start der App laut Innenminister Herbert Reul nur ein erster Schritt sei und die App in den kommenden Jahren stetig weiterentwickelt werden solle, nahm die DCIG dabei zustimmend zur Kenntnis. Schröder und weitere Mitglieder der DCIG hatten im Vorfeld an der Entwicklung der App als Testpersonen mitgewirkt und Feedback für die Nutzung aus Sicht hörbehinderter Menschen gegeben.

App baut Barrieren für sinnesbehinderte Menschen ab

Bisher gab es für hörbehinderte Menschen kaum eine Möglichkeit, ohne Barrieren einen Notruf abzusetzen. Zur Verfügung standen bisher nur Notruf-Faxe oder – für gebärdensprachkompetente Hörbehinderte – der Dolmetschdienst TESS-Relay. Da aber auch viele lautsprachlich orientierte Hörbehinderte nicht telefonieren können und ein Faxgerät unterwegs nicht zur Stelle ist, wird mit der offiziellen Notruf-App nun eine Lücke geschlossen. Minister Reul betonte: „Ein barrierefreier Notruf ist enorm wichtig für die Teilhabe und das Sicherheitsempfinden jeder und jedes Einzelnen in unserem Land.“
 
Die Notruf-App „nora“ richtet sich in erster Linie an Menschen, die aufgrund einer Hör- oder Sprachbehinderung nicht oder nicht gut telefonieren können. Jedoch sei nora grundsätzlich eine App für alle Menschen in Deutschland, so Reul weiter.
Um die App zu nutzen, ist einmalig eine Registrierung und Angabe der Mobilfunknummer notwendig. Zusätzlich können auf freiwilliger Basis weitere Informationen zur eigenen Person hinterlegt werden (Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und eine Behinderung). Für hörbehinderte Nutzer besonders relevant: Sie können in der App vermerken, ob sie am Telefon sprechen können oder nicht.

Keine verbale Kommunikation notwendig für den Notruf

Die App ist so aufgebaut, dass ein Notruf abgesetzt werden kann, ohne dass gesprochen werden muss. Es müssen maximal fünf Fragen beantwortet werden, die schriftlich auf dem Bildschirm erscheinen (u.a. Ort des Notfalls, Art des Notfalls, Verletzte und weitere Angaben). Dabei helfen Symbole und leichte Sprache. Bevor der Notruf final gesendet wird, gibt es eine Zusammenfassung der Angaben, bei der auch die Angaben zur eigenen Person angezeigt und noch einmal korrigiert werden können. Der Notruf geht dann bei der Leitstelle ein, die wiederum den Notruf per Chat bestätigt und Bescheid gibt, dass Hilfe unterwegs ist. Über den Chat kann die hilfesuchende Person zudem in den weiteren Austausch mit der Leitstelle treten. 
In besonders brenzligen Situationen, in denen der Notruf unbemerkt bleiben soll, kann auch ein so genannter stiller Notruf abgesetzt werden. In diesem Fall sendet die Leitstelle Hilfe an den angegebenen Ort, es wird aber keine Reaktion über die App geben, damit nicht in einem ungünstigen Moment eine Push-Nachricht auf dem Handy aufblinkt.

Die Geschäfts- und Koordinierungsstelle Notruf-App-System des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen organisiert alle Belange rund um die Notruf-App stellvertretend für alle Bundesländer. Die technische Entwicklung und Umsetzung sowie der Anwender-Support wird von der Firma bevuta IT GmbH durchgeführt. 

Achtung! App-Download vorübergehend eingestellt

In Berlin verzögert sich der Start aufgrund administrativer Probleme. Zudem wurde am 30. September die Downloadmöglichkeiten „wegen hoher Abrufzahlen vorübergehend eingestellt“, wie das Innenministerium NRW am Donnerstag über Twitter vermeldete. Für bereits Registrierte bleibe die App voll funktionsfähig. Menschen, die auf nora angewiesen sind, soll weiterhin die Möglichkeit geboten werden, sie zu nutzen. Insbesondere Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen können „nora“ laut einer Mitteilung des Innenministerium über den Support beziehen. Schreiben Sie dazu unter www.nora-notruf.de/hilfe eine Nachricht, dass Sie die App dringend benötigen. Geben Sie hierbei bitte unbedingt die Mailadresse Ihrer Apple-ID oder Ihres Google-Accounts an. Alle notwendigen Informationen zu einem Download von „nora“ werden Ihnen dann per E-Mail zur Verfügung gestellt. (as/ms)

Mehr dazu: So funktioniert die neue Notruf-App


Zurück