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Lautstark-Talk

Wenn nach taub auch noch blind kommt – Leben mit dem Usher-Syndrom

„Danke, dass ich mit dabei sein durfte!“

Ein Bericht von der DCIG-Blogwerkstatt

20. Mai 2021

Prof. Dr. Ulrich Hase verabschiedet sich in den Ruhestand: „Sie haben das Denken über Behinderungen verändert“

Uli Hase hat sich 46 Jahre lang für die Gehörlosengemeinschaft und Menschen mit Behinderung eingesetzt, damit diese ein barrierefreies selbstbestimmtes Leben führen können. Nun geht der schleswig-holsteinische Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung in Ruhestand.

Uli Hase war politisch früh aktiv. Ab 1989 wirkte er als Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes an der Anerkennung der Gebärdensprache mit. Innerhalb der Gehörlosengemeinschaft gab es Diskussionen für und wider Laut- und Gebärdensprache. Hase vermittelte und schaffte es, die unterschiedlichen Meinungen zu bündeln und zu kommunizieren. Bei der Demo von 1993 in Hamburg formulierte er zum ersten Mal die Hauptforderung der Gehörlosen: die Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache (DGS). Nach zehn Jahren als DGB-Präsident wechselte er zur Deutschen Gesellschaft, dem Dachverband aller Hörbehinderten. Dessen wesentliches Ziel ist es, mit zahlreichen anderen Verbänden im Austausch zu sein und gemeinsame Ziele durchzusetzen.

Ulrich Hase studierte zwar Jura, wollte aber eigentlich Gehörlosenlehrer werden. Doch das Bildungsministerium von Nordrhein-Westfalen teilte ihm damals mit, dass er als Gehörloser keine vollwertige Stelle wie ein Hörender bekäme. Durch dieses Erlebnis suchte Hase den Kontakt zu anderen Hörgeschädigten, kämpfte für die DGS, war aktiv in den Verbänden und als Landesbeauftragter politisch tätig. Jetzt geht Ulrich Hase in Rente. Aus dem Kieler Landtag ist der Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung nun mit einer Rede des Ministerpräsidenten Daniel Günter verabschiedet worden. Dieser danket ihm für Hases unermüdlichen Einsatz: „Sie haben die Menschen überzeugt und mitgenommen. Damit sind Ihre Fortschritte für eine inklusivere Gesellschaft aber nicht nur in Gesetzestexte gegossen worden. Sie haben das Denken über Behinderungen verändert“, lobte Günter. „Vor Ihnen ist wirklich kaum eine Barriere sicher. Was für ein Glück!“

Über das Leben und Wirken von Prof. Dr. Ulrich Hase, der die DCIG und Redaktion Schnecke als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats unterstützt, berichtet das Fernsehen: „Sehen statt Hören“ am Samstag, den 22. Mai 2021 um 09.00 Uhr im Bayerischen Fernsehen und am Samstag, den 29. Mai 2021 um 10.00 Uhr auf ARD-alpha.


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