Schnecke 104

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Auf zum Hör-Verbund!

Die Fusionsgespräche zwischen dem DSB und der DCIG laufen bereits auf Hochtouren

Am Ohr der Macht – Wer spricht für uns?

Lobbyismus in der Gesundheitspolitik

 

Die Fachzeitschrift Schnecke beleuchtet in ihrem aktuellen Schwerpunkt, wie sich Hörgeschädigte in der Politik Gehör verschaffen können und wer sie wo vertritt.

 

Senden, Juni 2017: In Deutschland werden jährlich rund 300 Milliarden Euro für das Gesundheitswesen ausgegeben. Fast fünf Millionen Menschen sind im Gesundheitsbereich tätig. Kein Wunder, dass in der Gesundheitspolitik viele Verbände und Lobby-Organisationen tätig sind, denn es geht um richtig viel: um (sehr viel) Geld für die einen, um Lebensqualität für die anderen. Umso wichtiger ist es, für die Belange von Betroffenen zu kämpfen: in der Politik, damit sie die richtige medizinische Versorgung erfahren können, in der Medizin, damit der Prozess von der Beratung über die Behandlung bis hin zur Nachsorge transparent und einfühlsam gestaltet wird. In der aktuellen Ausgabe der Schnecke stellen wir die wichtigsten Interessensvertreter für Hörgeschädigte vor, diskutieren das Pro und Contra des  derzeit praktizierten Lobbying und zeigen auf, warum es wichtig ist, dass sich Menschen in Vereinen oder der Politik  engagieren. Im Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahl haben wir die im Bundestag vertretenen Parteien zudem einem Inklusions-Check unterzogen und stellen die  gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktionen vor.

 

Weitere Themen in Schnecke Nr. 96 sind:

- MDK-Gutachter: Schicksalsmächte ohne Gesicht

- Missachtung der Rechtsprechung: Ein Sparmodell der Krankenkassen
- Hörverluste verhindern: Die DCIG fordert die Bundesregierung zum Handeln auf

- Patienten informieren Ärzte: Die Ergebnisse der DCIG-Aktion

- Aufbruch zu einer neuen Kommunikationskultur zwischen Laien und Experten

- Helden des Hörens: Graeme Clark

Cochlear Deutschland - Beats of Cochlea Festival 2017

Taub sein und Musik machen? Cochlear lädt 2 Musiker im Juli ein

13. Juni 2016

CI-Tag 2016 Leipzig1_

Sprich mit mir“ – Fehlanzeige!

Drei Landesregierungen demonstrieren ihr Desinteresse an gelebter Inklusion

Drei Kultusminister waren eingeladen, am CI-Tag 2016 mit Hörgeschädigten über Inklusion in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu sprechen. Keiner erschien. Keiner schickte auch nur einen Vertreter ins Haus des Buches zu Leipzig. Allein die CDU-Landtagsabgeordnete Angela Gorr aus Halle vertrat „die Politik“ - und schlug sich umso wackerer.

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun,“ zitierte Angela Gorr ihre eigene Homepage. Sie ist behindertenpolitische Sprecherin ihrer Partei in Sachsen-Anhalt und ermunterte die rund sechzig Teilnehmer des 8. Mitteldeutschen CI-Symposiums: „Versuchen Sie sich politisch einzumischen! Treten Sie Ihren Lokalpolitikern auf die Füße!“

Wo Inklusion - halbwegs - funktioniert, das hatte die vorangehende Diskussion eindringlich gezeigt, funktioniert sie wegen des bewundernswerten Engagements Einzelner; seien es Schulleiter, Lehrer oder, oft genug, Eltern, die manchmal sogar eigenhändig dafür sorgen, dass die Akustik in Klassenzimmern stimmt.

Barbara Gängler, die Geschäftsführerin des CIV Mitteldeutschland, berichtete von frustrierenden Bemühungen, im Internet handliche Informationen über Inklusionsmaßnahmen in den drei mitteldeutschen Bundesländern zu finden: zwei magere Seiten dazu fand sie in Sachsen und Sachsen-Anhalt, und „in Thüringen gibt’s nichts.“

Mangels offizieller Weiterbildungsmaßnahmen bietet der Cochlear Implant Verband Mitteldeutschland selbst Workshops für Lehrer an, um ihnen nahezubringen, was es bedeutet, wenn in ihren Klassen hörgeschädigte Kinder sitzen. Die Reaktion? Mager. Insbesondere „in Sachsen beißen wir auf Granit,“ so Barbara Gängler.

Aber alle drei Bundesländer haben Inklusion offiziell zu ihrer Politik erklärt. Was eigentlich bedeutet, wie der Pädagogik-Professor Dr. Andreas Hinz aus Halle erläuterte, nicht nur in der Bildungspolitik „radikal umzusteuern“. Wer Inklusion wirklich wolle, müsse „eine Schule für Alle“ einführen. Katharina Kubitz vom Berufsbildungswerk Leipzig regte an, MIT Hörgeschädigten und anderen Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu reden, statt ÜBER sie: auch das wäre gelebte Inklusion.

Die Bildungsverantwortlichen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten dazu am 11. Juni eine große Chance gehabt. Eltern und ehemalige Schülerinnen schilderten im Haus des Buches eindrucksvoll, wie sie Inklusion im Alltag erlebt oder – öfter – eben nicht erlebt haben. Selten wird so offen und konstruktiv diskutiert wie an diesem CI-Tag in Leipzig. Die zuständigen Ministerien haben eine große Chance mutwillig verpasst. (uk)

 

13. Juni 2016

CI-Tag 2016 Leipzig1

Sprich mit mir“ – Fehlanzeige!

Drei Landesregierungen demonstrieren ihr Desinteresse an gelebter Inklusion

Drei Kultusminister waren eingeladen, am CI-Tag 2016 mit Hörgeschädigten über Inklusion in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu sprechen. Keiner erschien. Keiner schickte auch nur einen Vertreter ins Haus des Buches zu Leipzig. Allein die CDU-Landtagsabgeordnete Angela Gorr aus Halle vertrat „die Politik“ - und schlug sich umso wackerer.

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun,“ zitierte Angela Gorr ihre eigene Homepage. Sie ist behindertenpolitische Sprecherin ihrer Partei in Sachsen-Anhalt und ermunterte die rund sechzig Teilnehmer des 8. Mitteldeutschen CI-Symposiums: „Versuchen Sie sich politisch einzumischen! Treten Sie Ihren Lokalpolitikern auf die Füße!“

Wo Inklusion - halbwegs - funktioniert, das hatte die vorangehende Diskussion eindringlich gezeigt, funktioniert sie wegen des bewundernswerten Engagements Einzelner; seien es Schulleiter, Lehrer oder, oft genug, Eltern, die manchmal sogar eigenhändig dafür sorgen, dass die Akustik in Klassenzimmern stimmt.

Barbara Gängler, die Geschäftsführerin des CIV Mitteldeutschland, berichtete von frustrierenden Bemühungen, im Internet handliche Informationen über Inklusionsmaßnahmen in den drei mitteldeutschen Bundesländern zu finden: zwei magere Seiten dazu fand sie in Sachsen und Sachsen-Anhalt, und „in Thüringen gibt’s nichts.“

Mangels offizieller Weiterbildungsmaßnahmen bietet der Cochlear Implant Verband Mitteldeutschland selbst Workshops für Lehrer an, um ihnen nahezubringen, was es bedeutet, wenn in ihren Klassen hörgeschädigte Kinder sitzen. Die Reaktion? Mager. Insbesondere „in Sachsen beißen wir auf Granit,“ so Barbara Gängler.

Aber alle drei Bundesländer haben Inklusion offiziell zu ihrer Politik erklärt. Was eigentlich bedeutet, wie der Pädagogik-Professor Dr. Andreas Hinz aus Halle erläuterte, nicht nur in der Bildungspolitik „radikal umzusteuern“. Wer Inklusion wirklich wolle, müsse „eine Schule für Alle“ einführen. Katharina Kubitz vom Berufsbildungswerk Leipzig regte an, MIT Hörgeschädigten und anderen Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu reden, statt ÜBER sie: auch das wäre gelebte Inklusion.

Die Bildungsverantwortlichen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten dazu am 11. Juni eine große Chance gehabt. Eltern und ehemalige Schülerinnen schilderten im Haus des Buches eindrucksvoll, wie sie Inklusion im Alltag erlebt oder – öfter – eben nicht erlebt haben. Selten wird so offen und konstruktiv diskutiert wie an diesem CI-Tag in Leipzig. Die zuständigen Ministerien haben eine große Chance mutwillig verpasst. (uk)

 

DCIG-Umfrage: Wissen Sie, was ein CI ist?

 

24. Juni 2019

Zukunft gemeinsam gestalten

Am 6. Juni 2019 fand in der Phoenixhalle im Römerkastell in Stuttgart zum 6. Mal das Phonak Zukunftsforum statt.

Die Themen: Wie bereiten wir uns auf eine erfolgreiche Zukunft vor? Wie können wir innovativ sein? Und wie können wir das Potenzial der Mitarbeiter nutzen, um neue Ideen zu entwickeln?

„Wir möchten die Zukunft gemeinsam mit Ihnen gestalten, denn Ihre Zukunft ist auch unsere Zukunft“, begrüßte Martin Heierle, Geschäftsführer der Sonova Deutschland GmbH die Teilnehmer des diesjährigen Zukunftsforums. Darunter zahlreiche Hörgeräteakustiker. Dabei gehe es um eine eigene Marke, eine starke Identität, eine eigene Kultur sowie eine hohe Begegnungsqualität und die Qualitätsführerschaft.

Im Vortrag von Arnd Kaldowski, CEO bei der Sonova AG, ging es dann um Zukunftsvisionen in der Hörakustik: „Was braucht es, um auch morgen erfolgreich zu sein?“ Kaldowskis Antwort: „Das Wichtigste ist, die besten und motiviertesten Mitarbeiter zu haben. Wenn ich die habe, entstehen die besten Produkte und der beste Service für unsere Kunden.“ Laut Kaldowski ist der Hörgerätemarkt attraktiv, aber auch dynamisch, deshalb ist es erforderlich, die eigene Leistung immer wieder anzupassen. „Die Zukunft gehört denen, die nicht stehenbleiben“, so der CEO, „Wir haben eine große Hausaufgabe. Wir müssen die Funktionen unserer Hörsysteme erweitern und schneller werden.“

Autopilot ausschalten
Bernhard Wolff, Kreativ-Coach und Moderator referierte zum Thema „Die Kreativität als Mittel zur Zukunftsfähigkeit. Wie bereite ich meine Mitarbeiter und mein Fachgeschäft auf eine erfolgreiche Zukunft vor?“ Wolff dazu: „Schalten Sie Ihren Autopiloten aus und wechseln Sie die Perspektive. Treffen Sie sich zu Teammeetings an unterschiedlichen Orten und lassen Sie Ihre Mitarbeiter Ideen spinnen, anstatt diese gleich zu bewerten.“ Dabei stellte Wolff verschiedene Prinzipien der Kreativität vor, um eine eigene Innovationskultur zu entwickeln. Möglichkeit seien vielfältiges kombinieren, in Bildern zu denken, aber auch eine gute Vernetzung. „Nutzen Sie dies, um die Zukunft in Ihrem Fachgeschäft zu gestalten“, so Wolff.

In einer Ideenrunde, bei der die Hörgeräteakustiker in Gruppen eingeteilt wurden, sollten diese innerhalb von 20 Minuten sich eins von sieben vorgegebenen Themen aussuchen und für dieses Thema eine spezielle Idee entwickeln, z.B. zum Thema Kundenerlebnis eine Stadtführung mit Hörgeräteanpassung. Auf der Bühne wurden zahlreiche Ideen der Teilnehmer vorgestellt. In der anschließenden Pause gab es die Möglichkeit, CI- und Hörgeräte-Technologien auszuprobieren.

Widerstände überwinden
Dr. Thomas Lang, Senior Vice President, Phonak Marketing, gab einen Einblick in zukunftsweisende Trends und Technologien, wie etwa Machine Learning bei Hörgeräteanwendungen. Laut Lang spielt die künstliche Intelligenz eine immer wichtigere Rolle, z.B. um genauere Vorhersagen treffen zu können. „Auch eSolutions, Sensoren und Konnektivität gewinnen an Bedeutung“, erläuterte Lang. Bewusstseinsgesteuerte Hörsysteme seien noch Zukunftsmusik, könnten aber ebenfalls kommen.

Wie Hörgeräteakustiker über sich hinauswachsen können, erklärte Cristián Gálvez, Coach und Persönlichkeitstrainer. Er zeigte den Teilnehmern, wie sie Widerstände überwinden können und Motivation für eine dauerhafte Veränderung schaffen. Gálvez stellte ein 6-Stufen-Modell vor, bei dem jeder sein eigener Held sein kann. „Gehen Sie mit ihrem Team neue Wege und verlassen sie die gewohnte Welt“, betonte Gálvez. „Folgen sie dem Ruf und treten sie über die Schwelle. Dort wartet das Land der Prüfungen, aber auch der Schatz der Erkenntnis.“ Dies sei der Moment der Transformation und Rückkehr – wie es ihn auch in zahlreichen Heldengeschichten gibt.

Neue Wege gehen
Einige solcher „Helden“ erhielten den Future Hearing Award 2019. Der Preis zeichnet Hörgeräteakustiker aus, die mit ihrem Engagement und ihrer Expertise einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Hörakustikbranche leisten. Der Preis wurde in den drei Kategorien „Anpassung“, „Marketing“ und „Soziales“ vergeben. Das Stethoskop für Hörgeschädigte von ResEARch – Individuelle Hörsysteme GmbH & Co KG aus Wettringen erhielt den Preis in der Kategorie „Anpassung“. In der Kategorie „Marketing“ ging der Preis an die Hörschmiede GmbH aus Lüneburg. Damit wurde das neue Ladenkonzept samt Neueröffnung ausgezeichnet. Für ihr soziales Engagement erhielten Miersch und Kühling Hörgeräte GmbH aus Vechta, das Hörerlebnis Schafmeier aus Rahden und Hille sowie Hören hoch zwei aus Mannheim gemeinsam die begehrte Auszeichnung. Zusammen versorgen sie hörgeschädigte Kinder und Veteranen in der Ukraine mit Hörgeräten.

Matthias Grädler, Inhaber einer Münchner Werbeagentur, visualisierte die Kernbotschaften des Zukunftsforums 2019 und stellte am Ende die gesammelten Eindrücke auf einer großen Leinwand vor. Heierle dazu: „Das Schöne an der Zukunft ist, dass wir sie selbst gestalten können.“

Nadja Ruranski

 


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