Schnecke 95

What's next? Die Zukunft des Cochlea Implantats

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Sicher durchs MRT mit Implantat

MED-EL macht Hörimplantate fit für die Magnetresonanztomographie

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Beats of Cochlea Festival 2017

Taub sein und Musik machen? Cochlear lädt 2 Musiker im Juli ein

 

Im Schnee zum Glück

Die DCIG-Blogwerkstatt IV traf sich für sieben Tage im österreichischen St. Jakob in Osttirol

CI-TAG 2017

Patienten informieren Ärzte – werden Sie CI-Botschafter – Preise winken

What's next? - Die Zukunft des Cochlea Implantats

Es ist großartig, wie viele hörgeschädigte Menschen dank Forschung und Technik, aber auch durch ausgefeilte therapeutische Methoden heutzutage wieder Zugang zur Welt der Hörenden, zur Welt der Stimmen, der Töne und Geräusche gefunden haben.

Senden, März 2017: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Rehabilitation von Hörschädigungen mit technischen Hörhilfen immer weiter verbessert. Denken wir an die digitale Hörgerätetechnik mit erweiterter Signalverarbeitung, den Erfolg von Cochlea Implantaten mit bimodaler und hybrider elektrisch-akustischer Stimulation, verbesserte Anpassungsmethoden oder neue Zusatzgeräte. Erreicht wurde vieles davon durch die Umsetzung von Ergebnissen der Hörforschung in Produkte und Dienstleistungen. Trotz all dieser Fortschritte bleiben schwer zu lösende Probleme, wie das eingeschränkte Hören von Musik mit CI oder die eingeschränkte Kopplung von Hörsystemen mit Geräten wie Smartphones. In den Forschungslabors tut sich Einiges zu diesen Themen. CIs sind heute ausgereifter. Ihr Einsatz setzt jedoch das Vorhandensein eines gesunden Hörnervs voraus. Wo das nicht der Fall ist, können Hirnstammimplantate helfen. Noch sind hier viele Fragen offen. Am Einsatz von Stammzellen zur Wiederherstellung des normalen Hörvermögens wird ebenfalls weiter geforscht und auch die Optogenetik eröffnet neue Wege. Mehr dazu können Sie in der aktuellen Ausgabe lesen.

Weitere Themen in Schnecke Nr. 95 sind:

- Das DDR-CI: Der Trabbi unter den Innenohr-Implantaten
- CI-Tag 2017: Patienten informieren Ärzte
- Der II. Runde Tisch von Schnecke und DCIG
- Pro & Contra: Was bringt das Bundesteilhabegesetz?
- Alle Vögel alle… Ein Hörspaziergang
- „Eine tragbare Foltermaschine“
- „Erlaubt sind Förderschulen nur noch übergangsweise“

Cochlear Deutschland - Beats of Cochlea Festival 2017

Taub sein und Musik machen? Cochlear lädt 2 Musiker im Juli ein

13. Juni 2016

CI-Tag 2016 Leipzig1_

Sprich mit mir“ – Fehlanzeige!

Drei Landesregierungen demonstrieren ihr Desinteresse an gelebter Inklusion

Drei Kultusminister waren eingeladen, am CI-Tag 2016 mit Hörgeschädigten über Inklusion in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu sprechen. Keiner erschien. Keiner schickte auch nur einen Vertreter ins Haus des Buches zu Leipzig. Allein die CDU-Landtagsabgeordnete Angela Gorr aus Halle vertrat „die Politik“ - und schlug sich umso wackerer.

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun,“ zitierte Angela Gorr ihre eigene Homepage. Sie ist behindertenpolitische Sprecherin ihrer Partei in Sachsen-Anhalt und ermunterte die rund sechzig Teilnehmer des 8. Mitteldeutschen CI-Symposiums: „Versuchen Sie sich politisch einzumischen! Treten Sie Ihren Lokalpolitikern auf die Füße!“

Wo Inklusion - halbwegs - funktioniert, das hatte die vorangehende Diskussion eindringlich gezeigt, funktioniert sie wegen des bewundernswerten Engagements Einzelner; seien es Schulleiter, Lehrer oder, oft genug, Eltern, die manchmal sogar eigenhändig dafür sorgen, dass die Akustik in Klassenzimmern stimmt.

Barbara Gängler, die Geschäftsführerin des CIV Mitteldeutschland, berichtete von frustrierenden Bemühungen, im Internet handliche Informationen über Inklusionsmaßnahmen in den drei mitteldeutschen Bundesländern zu finden: zwei magere Seiten dazu fand sie in Sachsen und Sachsen-Anhalt, und „in Thüringen gibt’s nichts.“

Mangels offizieller Weiterbildungsmaßnahmen bietet der Cochlear Implant Verband Mitteldeutschland selbst Workshops für Lehrer an, um ihnen nahezubringen, was es bedeutet, wenn in ihren Klassen hörgeschädigte Kinder sitzen. Die Reaktion? Mager. Insbesondere „in Sachsen beißen wir auf Granit,“ so Barbara Gängler.

Aber alle drei Bundesländer haben Inklusion offiziell zu ihrer Politik erklärt. Was eigentlich bedeutet, wie der Pädagogik-Professor Dr. Andreas Hinz aus Halle erläuterte, nicht nur in der Bildungspolitik „radikal umzusteuern“. Wer Inklusion wirklich wolle, müsse „eine Schule für Alle“ einführen. Katharina Kubitz vom Berufsbildungswerk Leipzig regte an, MIT Hörgeschädigten und anderen Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu reden, statt ÜBER sie: auch das wäre gelebte Inklusion.

Die Bildungsverantwortlichen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten dazu am 11. Juni eine große Chance gehabt. Eltern und ehemalige Schülerinnen schilderten im Haus des Buches eindrucksvoll, wie sie Inklusion im Alltag erlebt oder – öfter – eben nicht erlebt haben. Selten wird so offen und konstruktiv diskutiert wie an diesem CI-Tag in Leipzig. Die zuständigen Ministerien haben eine große Chance mutwillig verpasst. (uk)

 

13. Juni 2016

CI-Tag 2016 Leipzig1

Sprich mit mir“ – Fehlanzeige!

Drei Landesregierungen demonstrieren ihr Desinteresse an gelebter Inklusion

Drei Kultusminister waren eingeladen, am CI-Tag 2016 mit Hörgeschädigten über Inklusion in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu sprechen. Keiner erschien. Keiner schickte auch nur einen Vertreter ins Haus des Buches zu Leipzig. Allein die CDU-Landtagsabgeordnete Angela Gorr aus Halle vertrat „die Politik“ - und schlug sich umso wackerer.

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun,“ zitierte Angela Gorr ihre eigene Homepage. Sie ist behindertenpolitische Sprecherin ihrer Partei in Sachsen-Anhalt und ermunterte die rund sechzig Teilnehmer des 8. Mitteldeutschen CI-Symposiums: „Versuchen Sie sich politisch einzumischen! Treten Sie Ihren Lokalpolitikern auf die Füße!“

Wo Inklusion - halbwegs - funktioniert, das hatte die vorangehende Diskussion eindringlich gezeigt, funktioniert sie wegen des bewundernswerten Engagements Einzelner; seien es Schulleiter, Lehrer oder, oft genug, Eltern, die manchmal sogar eigenhändig dafür sorgen, dass die Akustik in Klassenzimmern stimmt.

Barbara Gängler, die Geschäftsführerin des CIV Mitteldeutschland, berichtete von frustrierenden Bemühungen, im Internet handliche Informationen über Inklusionsmaßnahmen in den drei mitteldeutschen Bundesländern zu finden: zwei magere Seiten dazu fand sie in Sachsen und Sachsen-Anhalt, und „in Thüringen gibt’s nichts.“

Mangels offizieller Weiterbildungsmaßnahmen bietet der Cochlear Implant Verband Mitteldeutschland selbst Workshops für Lehrer an, um ihnen nahezubringen, was es bedeutet, wenn in ihren Klassen hörgeschädigte Kinder sitzen. Die Reaktion? Mager. Insbesondere „in Sachsen beißen wir auf Granit,“ so Barbara Gängler.

Aber alle drei Bundesländer haben Inklusion offiziell zu ihrer Politik erklärt. Was eigentlich bedeutet, wie der Pädagogik-Professor Dr. Andreas Hinz aus Halle erläuterte, nicht nur in der Bildungspolitik „radikal umzusteuern“. Wer Inklusion wirklich wolle, müsse „eine Schule für Alle“ einführen. Katharina Kubitz vom Berufsbildungswerk Leipzig regte an, MIT Hörgeschädigten und anderen Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu reden, statt ÜBER sie: auch das wäre gelebte Inklusion.

Die Bildungsverantwortlichen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten dazu am 11. Juni eine große Chance gehabt. Eltern und ehemalige Schülerinnen schilderten im Haus des Buches eindrucksvoll, wie sie Inklusion im Alltag erlebt oder – öfter – eben nicht erlebt haben. Selten wird so offen und konstruktiv diskutiert wie an diesem CI-Tag in Leipzig. Die zuständigen Ministerien haben eine große Chance mutwillig verpasst. (uk)

 

06. Februar 2017

14. CI-Tag im ukb

Das ukb (Unfallkrankenhaus Berlin) und das Hörtherapiezentrum im Oberlinhaus Potsdam haben am Freitagnachmittag, 27. Januar 2017, zur Informationsveranstaltung zum 14. CI-Tag in den Hörsaal im Historischen Kesselhaus des ukb geladen.

In seiner Begrüßungsrede hieß Prof. Dr. med. Arneborg Ernst, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde im ukb, das Publikum willkommen und wies auf einen besonderen Termin hin: Das ukb begeht in diesem Jahr am 1.9.2017 seinen 20. Geburtstag mit einer Jubiläumsfeier. Das CI-Programm im ukb ist ein Jahr jünger: hier wird 2018 ein Jubiläum gefeiert werden.

In Vertretung für Frau Dr. med. Friederike Wagner, Fachärztin für HNO und ärztliche Leiterin des Hörtherapiezentrums im Oberlinhaus Potsdam, startete Frau Julia Weber, Dipl.-Ing. Hörtechnik und Audiologie im Hörtherapiezentrum, die Vortragsreihe des Tages. Neben aktuellen Zahlen der in 2016 im Hörtherapiezentrum Potsdam CI-versorgten Patienten – der jüngste war 11 Monate, der älteste 91 Jahre alt – zeigte Frau Weber wachsende Fallzahlen der Altersgruppen 70+ und über 40 auf. Das Hörtherapiezentrum im Oberlinhaus arbeitet insgesamt mit 15 Kliniken zusammen, davon fest mit 9.
Es gab in Frau Webers Vortrag einen Einblick in eine CI-Studie von Frau Dr. Sandra Scholz, Rehabilitationspädagogin für Hör- und Sprachbehinderung und therapeutische Leiterin im Hörtherapiezentrum Potsdam, mit den Fragepunkten:

- Hat die CI-Versorgung Einfluss auf dementielle Prozesse?
- Wie entwickelt sich die CI-Performance bei dementieller Symptomatik?

Kognitive Screening-Verfahren und sprachaudiometrische Messungen wurden bei CI-Patienten, bei denen Demenzprozesse festgestellt wurden, vorgenommen: Insgesamt gab es keinen messbaren Einfluss in einem Zeitraum von 12 Monaten nach erfolgter CI-OP. Feststellen ließ sich jedoch: Auch bei dementieller Symptomatik verbessert sich das Sprachverstehen in Ruhe, besonders gut im Störschall. Im Vergleich zur Gruppe älterer Probanden mit CI und ohne dementielle Symptomatik bleibt die Gruppe von CI-Probanden mit Demenzprozessen allerdings zurück.

Anschließend referierte Frau Angie Diez, Hörakustik-Meisterin und fachliche Betriebsleiterin des HörPunkt im Oberlinhaus, über die CI-Versorgung im Allgemeinen und die aktuellen Möglichkeiten. Ferner gab es Tipps für CI-Tragende hinsichtlich Neuversorgung und zum großen Thema “Hilfsmittel” wie Licht- und Vibrationsweckanlagen und Rauchmeldersysteme für Hörgeschädigte mit dem deutlichen Hinweis auf die Rauchmelderpflicht in Berlin seit 1.1.2017.

Etwas spezieller behandelte Frau Diez die Fragestellung der bimodalen Versorgung. Hörgerät-Tragende oder bereits bimodal Versorgte stehen häufig vor der Frage, welchen Anbieter sie wählen sollen, was es zu beachten gilt und wie die spätere Handhabung aussehen wird. In Verbindung mit den folgenden Präsentationen der Hersteller Cochlear und Advanced Bionics diente Frau Diez‘ Vortrag als zusammenfassende Einleitung in das Thema bimodale Versorgung. Frau Diez stimmte das Publikum gewissermaßen auf die kommenden Ausführungen ein und machte neugierig auf mehr.

PD Dr. med. Ingo Todt, Oberarzt der HNO-Klinik im ukb, und Frau Diez boten vor voll besetztem Saal eine interessante Vielfalt an Informationen rund um das Thema CI. Neben einem grundsätzlichen „Update" zu Operationsmethodik, Restgehörerhaltung und neuesten Bildgebungs- und Kontrollverfahren gab es für das bunt gemischte Auditorium viel Neues zur bimodalen Versorgung zu erfahren.

Dr. Todt ging in seinem Vortrag auf drei Fragen ein, die zurzeit sehr häufig gestellt werden:
- Wie ist es mit dem Erhalt des Restgehörs?
- Wie kompatibel sind die neuen Geräte bei MRT Untersuchungen?
- Wie sieht die chirurgische Qualitätskontrolle aktuell aus?

Eine Garantie zum Erhalt des Restgehörs kann auch er natürlich nicht geben. Wohl aber zeigt sich, so Dr. Todt, dass durch verbesserte Verfahren der Insertion der Elektrode, noch feinere Elektroden und verbesserte Diagnostik eine Erhaltung des Restgehörs in den tiefen Frequenzbereichen erfolgreich sein kann.

Die MRT Untersuchung bleibt gewissermaßen ein „Sorgenkind“. Bis 1,5 Tesla gebe es bei den modernen Implantaten keine Probleme. Voraussetzung ist natürlich eine ordentliche Vorbereitung, z.B. mit Druckverband. Bei über 1,5 Tesla muss je nach Hersteller über das Verfahren entschieden werden und individuell abgewägt sein. Dr. Todt stellte weniger die Problematik „Magnet – MRT“ in den Fokus. Er zeigte vielmehr auf, dass bei einer MRT des Kopfes je nach Lage des Implantates, mehr oder weniger starke Abschattungen und Artefakte auftreten. Bei der MRT des Kopfes ist also nicht nur eine Risikoabwägung wichtig. Weit mehr ist die vorangestellte Einschätzung bedeutsam, ob die Bildgebung bei gegebener Implantatlage überhaupt die gewünschten Bilder liefern kann.

Die Vermeidung oder Reduzierung von Röntgenbelastung ist einer der Hauptansätze bei den Bemühungen, die chirurgische Qualitätskontrolle zu verbessern. In der Chirurgie wird während und nach der Operation mehrfach geprüft, ob und wie die Elektrode sitzt. Dies geschieht mittels Röntgenaufnahmen. Die damit verbundene Strahlenbelastung möchte man nun, gerade für junge Menschen, verringern. Dr. Todt beschrieb neue Möglichkeiten zur Prüfung der Elektrodenlage, die mit deutlich weniger oder sogar ganz ohne Röntgenbilder auskommt. Zu gegebener Zeit mag detaillierter über die Methoden berichtet werden. Zunächst ist die Perspektive, langfristig eine chirurgische Qualitätskontrolle mit weniger Strahlenbelastung zu realisieren ein guter Grund, positiv in die Zukunft zu schauen.

Nach dieser eher medizinisch geprägten Darstellung der Neuigkeiten und Möglichkeiten aus dem CI-Bereich hatten die Hersteller AB und Cochlear das Wort. Die Präsentation der Firma Advanced Bionics - Thorsten Prang und Isabel Böckler waren vor Ort - befasste sich dann auch insbesondere mit der Darstellung der Möglichkeiten, die CI-Tragende haben, wenn sie ein AB Gerät bekommen und beispielsweise auf der Gegenseite ein Hörgerät brauchen. Hier bietet sich natürlich Phonak, mit dem großen Vorteil, beide Geräte – CI-Prozessor und kompatibles Phonak Hörgerät - mit einer Fernbedienung, z.B. AB myPilot, zu steuern. Auch die Kopplung mit verschiedenen Hilfsmitteln ist einfach. Das entsprechende Programm an Zubehör aus dem Hause Phonak wurde vorgestellt: Phonak Easy Call, Phonak DECT Telefon, Phonak TVLink II, Phonak ComPilot für drahtloses Streaming. Ein interessanter Punkt zur bimodalen Versorgung war die Aussage, dass unter anderem auch die aktuellen Phonak Naída Link Hörgeräte und CI Q70/Q90 „Naída“ Prozessoren miteinander kommunizieren, also „gemeinsam“ hören.

Bei Cochlear ging es erwartungsgemäß um den neuen Prozessor „Kanso“. Das Prinzip ist nicht unbedingt neu, jedoch bietet dieser Prozessor bemerkenswerte Neuerungen: Sehr leicht, leistungsstark (Technik wie CP910), lange Laufzeit pro Batteriesatz, und wie der Name schon sagt, ist er sehr einfach zu bedienen. Man kann man ihn mehr oder minder unauffällig tragen und das Ohr ist frei. Der Name „Kanso“ kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „Einfachheit“. Wie gut der neue Prozessor angenommen wird, konnte Frau Romy Götze eindrucksvoll belegen: 47% der Patienten, die einen neuen Prozessor bekommen, entschieden sich bisher für den Kanso.

Wenn es eine Hybrid-Versorgung werden soll, dann ist der CP910 (oder CP920) HdO-Prozessor die richtige Wahl. Nur dieses Nucleus-6-System von Cochlear hat die integrierte „Hybrid-Funktionalität“. Neben dieser Novität, dem Kanso, gab es natürlich auch eine Übersicht über das aktuelle Portfolio und die neuen Möglichkeiten im Wireless Zubehörsegment. Audio Transmitter (TV Streamer) und Telefonclip waren genannt. Besonders hervorgehoben sei hier das Minimikrofon 2+, welches Herr Martin Reinholz als Nachfolgermodell des Minimikrofons mit zusätzlichen Funktionen vorstellte.

Die Besucher der Veranstaltung waren überwiegend CI-Tragende, gleichwohl uni- als auch bilateral bzw. bimodal versorgt.
Wie wichtig es ist, unabhängig vom eigentlichen Thema der Veranstaltung, einem Nicht-Fachpublikum die grundsätzlichen Fragen und Antworten zum CI immer wieder vorzustellen, zeigte sich in der anschließenden Fragerunde nach einer kurzen Podiumsdiskussion mit Herstellervertretern und Ärzten. So wurden z.B. Fragen zu Eingewöhnungszeit, zum unterschiedlichen Höreindruck bei bimodaler Versorgung gestellt und ob es möglich sei, mehrere Prozessoren zu bekommen und zu nutzen. Interessant war es, zu erkennen, dass eine relative Mehrheit der bimodal Versorgten sich nicht darüber im Klaren ist, dass die vermeintlich komplizierte Bedienung der beiden unterschiedlichen Geräte auch einfacher sein kann, wenn man einen spezialisierten Hörgeräte- und CI-Akustiker zu rate zieht, bzw. von vornherein auf kompatible Geräte aus einer Herstellerlinie achtet. An dieser Stelle thematisch schwer einzuordnen war die immer wiederkehrende grundsätzliche Frage aus der Gruppe der CI-Tragenden, wann sich denn die „Micky-Maus-Stimme“ normalisiere und warum es so lange dauere, bis man (als Ertaubter) wieder „normal“ hört. Die Wissensdefizite sind klar, und eine immerwährende Aufklärung - vor allem zu Basisfragen rund um CI-Versorgung - ist unbedingt notwendig. Dies haben Prof. Dr.-Ing. Rolf-Dieter Battmer (Audiologe und Klinische Forschung) und Dr. rer. biol. hum. Bodo Bertram (Diplompädagoge für Hörgeschädigte, Logopäde und Mitbegründer des CIC in Hannover), die ebenfalls im Publikum saßen, in der Fragerunde verdeutlicht und thematisch abgefangen.
Prof. Battmer und Dr. Bertram unterstützen das Team des Hörtherapiezentrums im Oberlinhaus Potsdam einmal wöchentlich und stehen für Supervisionen zur Verfügung.

Für einen qualifizierten Austausch untereinander und nicht nur mit den anwesenden Fachleuten aus Klinik und Industrie wäre eine große Zuhörerschaft schön gewesen. Die Fragerunde musste mit deutlich weniger Zuhörern als noch vorher in den Vorträgen auskommen. Für die nicht mehr anwesenden Zuhörer war es im Grunde eine verpasste Gelegenheit zu erfahren, was andere CI-Tragende in ihrem Alltag erleben, welche Fragen auftauchen und wie andere damit umgehen.

Abschließend lässt sich festhalten:
Es ist unbedingt wertvoll, regelmäßig solche Veranstaltungen wie diesen CI-Tag durchzuführen. Auch wenn es „nur“ grundsätzliche und allgemeine Informationen, gespickt mit Neuigkeiten, sind, so ist das Interesse immer groß. Für die Hersteller und vor allem für die Ärzte und Kliniken sind diese Veranstaltungen quasi der Gradmesser, wie weit Wissen und Umgang mit Implantat und Technik bei den Menschen verankert ist.
Den Betroffenen und Interessierten Informationen zu geben, ihnen ein Podium für Fragen an Mediziner und Hersteller zu bieten – dafür werden CI-Informationstage gemacht.
Nutzen Sie als CI-Tragende oder Interessierte diese Angebote!

Katja Fiebig

Hier gibt es die Bilder der Veranstaltung

 

 


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