24. September 2018

Leben mit Klängen - Eine Klangwelt voller Leben

Am 17. August 2018 fand von 17 – 20 Uhr der dritte Teil unseres Hörtrainings-Konzepts „Leben mit Klängen – eine Klangwelt voller Leben“ mit dem Schwerpunkt „Klangerzeuger erfassen und differenzieren. Instrumentenerleben bei Streichern, mit Zupfinstrumenten und Klavier“ im Ballettsaal der Oper Frankfurt statt. Dieser wurde von mehr als 20 hoch motivierten Personen besucht.

Veranstalter war auch dieses Mal die Selbsthilfegruppe Frankfurt am Main und Deaf Ohr Alive-Rhein-Main im Cochlear Implant Verband Hessen-Rhein-Main e.V. Die Projektleitung und Projektdurchführung hatte Dipl.-Päd. Sascha Roder M.A. inne, der mit den vier Musikerinnen Almut Frenzel-Riehl, Hye-Jin Kang, Maria Ollikainen und Nika Brnic sowie der Wissenschaftlichen Begleitforscherin Frau Hanna Schlegel wieder ein hervorragendes Team an seiner Seite wusste.

Uns wurde eine neue Klangwelt eröffnet, indem uns die Musikerinnen ihre Instrumente Cello, Klavier, Violine und Harfe mit den jeweiligen Unterscheidungsmerkmalen (Größe, Gewicht, Entstehung, etc.) und tonalen wie spielerischen Unterschieden vorstellten.

Mit bezaubernden Stücken wie die „Mondscheinsonate“ von Ludwig von Beethoven, Pau Casals „Song oft he birds“ oder „Clair de Lune“ von Claude Debussy wurde uns ein Klangzauber für unsere CI-Ohren vermittelt. Dabei ging es nicht nur um die Klangunterscheidung der einzelnen Instrumente, sondern auch um das Zusammenspiel am Platz und im Raum versetzter Tonerzeuger.

Der Höhepunkt war der „musikalische Erkundungspfad“, welcher von den Mitwirkenden mit verbundenen Augen hoch konzentriert in Begleitung durchschritten wurde und in verschiedene Klangwelten eintauchen ließ. Wir lauschten den Klängen der Instrumente bzw. der jeweiligen Musikstücke und aus welcher Richtung nun welches Instrument zu hören war. Für einen Nicht-Klassik-Fan wie mich war das eine neue Erfahrung, da ich die Musikrichtung Klassik früher total als Horror empfunden hatte.

Die hohen Töne waren bei mir damals nicht hörbar und dadurch hatte ich immer nur ein tiefes Brummen wahrgenommen. Dies ergab für mich damals kein Zusammenhang von Musik. Wenn ich versuchte, mit den Hörgeräten Musik zu hören, war das noch schrecklicher. Es waren für mich nur kreischende und schrille Töne angekommen, die auch noch teilweise im Ohr schmerzten bzw. Kopfschmerzen verursachten. Heute bin ich sehr froh über die Cochlea-Implantate mit der hervorragenden Hörtechnik. Denn jetzt kann ich mich auch wieder der klassischen Musik zuwenden.

Es war eine sehr lehrreiche und tolle Veranstaltung für uns alle.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Intendanz der Oper Frankfurt, vertreten durch Frau Kastka, bei unseren Sponsoren Firma Cochlear, Firma Pietschmann und dem CIV HRM e.V.

Karin Herwegh

 


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