19.06.2015

Gesundheitsförderung: Selbsthilfe wird gestärkt

Der Bundestag beschloss am 18. Juni das Präventionsgesetz und hat im Vergleich zur Fassung des Regierungsentwurfes noch einiges nachgebessert. Beispielsweise werden die Ausgaben für die Selbsthilfe verdoppelt.

Die finanzielle Unterstützung der gesundheitlichen Selbsthilfe wird durch das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention auf rund 73 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Für Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen stellen die Krankenkassen damit ab dem Jahr 2016 je Versicherten 1,05 Euro zur Verfügung.

Wie die Ärzte-Zeitung in einer Meldung berichtete, habe der GKV-Spitzenverband ihr gegenüber bemängelt, dass sich gemäß der Beschlussfassung die Private Krankenversicherung (PKV) nicht an der Selbsthilfe beteiligen müsse.

Ähnlich bewerten das einzelne Kassenverbände. So nehme die Koalition "nur die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen in die Verantwortung, obwohl Prävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, an der sich Länder, Kommunen und die PKV stärker beteiligen sollte", so der Ersatzkassenverband vdek gegenüber der Ärztezeitung.

Mit dem Präventionsgesetz soll die Grundlagen für eine stärkere Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung - für alle Altersgruppen und in vielen Lebensbereichen gestärkt werden. Denn Prävention und Gesundheitsförderung sollen dort greifen, wo Menschen leben, lernen und arbeiten. Mit Hilfe des Gesetzes werden außerdem die Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen weiterentwickelt und wichtige Maßnahmen ergriffen, um Impflücken in allen Altersstufen zu schließen.

Der Gesetzentwurf setzt auf die zielgerichtete Zusammenarbeit der Akteure in der Prävention und Gesundheitsförderung: Neben der gesetzlichen Krankenversicherung werden auch die gesetzliche Rentenversicherung und die gesetzliche Unfallversicherung, die Soziale Pflegeversicherung und auch die Unternehmen der privaten Krankenversicherung eingebunden.

Die wesentlichen Inhalte des Präventionsgesetzes können Sie hier nachlesen


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