25.08.2015

Fit durch‘s Leben mit Hörbehinderung

Die Teilnehmer des Workshop-Wochenendes der Bundesjugend konnten viel über die Vermeidung von Stress lernen, erfuhren jede Menge zum Thema Kommunikationstechniken und erhielten Tipps für Hörstrategien.

Vor einigen Wochen hat die Bundesjugend mit dem Workshop-Wochenende "Fit durch‘s Leben mit Hörbehinderung“ vom 22. bis zum 25. Mai in Wiesbaden geworben. Da ich ein Mensch bin, der immer noch Schwierigkeiten mit seiner Hörschädigung hat, habe ich mir gedacht: „Wieso nicht, kann ja nichts schief gehen.“ So meldete ich mich also bei diesem Workshop an. Ich konnte mit Lina, einer Freundin, reisen. Als wir ankamen, war ich erleichtert. Denn es waren viele Gesichter dabei, die ich noch vom Sommercamp 2012 kannte. Nach einem ausgiebigen Essen gab es ein Zusammentreffen, um Organisatorisches zu besprechen und eine Vorstellungsrunde.

Am Samstag wurden wir in drei verschiedene Gruppen eingeteilt. Das Workshop- Wochenende beinhaltete drei verschiedene Seminare, die alle mit der vorher zugeteilten Gruppe nacheinander besucht wurden. Das erste Seminar, das ich mit meiner Gruppe besuchte, war das des Stressmanagements. Hier bekamen wir Informationen über Stress: „Was ist eigentlich Stress und wann haben wir in unserem Leben Stress?“ Außerdem wurde uns beigebracht, wie wir versuchen können, diese Situationen zu vermindern. Aus meiner Sicht ein sehr gelungenes Seminar. Ich habe anschließend viel darüber nachdenken können, was meine Stressquellen sind und, wie ich diese in Zukunft bewältigen kann. Mein nächstes Seminar hieß „Kommunikationstechnik“. Hier wurden verschiedene FM-Anlagen vorgestellt. Wir durften alle ausprobieren und uns wurden die Vor- und Nachteile der jeweiligen Anlage erläutert. Was ich toll fand, waren die zusätzlichen Informationen, Apps und Internetseiten. Es gab jede Menge praktische Tipps zur Erleichterung des Lebens mit Hörschädigung.

Hörstrategien und Verstecktaktiken

Am nächsten Tag ging es ins letzte Seminar: „Audiotherapie“ sowie die Auseinandersetzung mit der Hörschädigung. Hier wurde zunächst erklärt, wie das Ohr funktioniert. Danach haben wir uns darüber unterhalten, welche Hörstrategien die einzelnen Gruppenmitglieder nutzen, wie wir mit unserer Hörschädigung umgehen und auch, welche Verstecktaktiken wir nutzen. Zur Unterstützung dieser Vorgehensweisen haben wir Ausschnitte aus dem Buch „Taube Nuss“ von Alexander Görsdorf gelesen. Zusätzlich haben wir uns verschiedene Bilder zu den Themen angeschaut, um im Nachhinein erneut darüber zu reden. Wir haben überlegt, ob die dargestellte Vorgehensweise schlau war, wie man es besser machen könnte und wie man es selbst macht. Mir ist bewusst geworden, wie sehr ich darauf Bedacht bin, dass keiner etwas von meiner Hörschädigung mitbekommt und dass ich durchaus in manchen Situationen offensiver damit umgehen sollte.

Am nächsten Morgen gab es noch eine kurze Einheit des jeweiligen letzten Seminars. Somit hat jede Gruppe alle drei Seminare besuchen können. Alles in allem, war dieses Workshop-Wochenende ein gelungenes Wochenende. Schade, dass es so kurz war und dadurch das Wochenende streng durchgeplant war. Es wurde zwar für ausreichend Unterstützung durch Schriftdolmetscher und Anlagen gesorgt, dennoch strengte das Hören auf längere Zeit ziemlich an. Trotzdem kann ich sagen, dass ich viel gelernt habe. Zum einen von jedem einzelnen Seminar und besonders von all den tollen Menschen, mit denen man sich wunderbar austauschen konnte und die mich ein wenig aufgebaut haben. Nach solchen Wochenenden wird mir wieder bewusst: ich bin nicht allein mit meinen Problemen. Erst einige Tage nach dem Workshop-Wochenende habe ich gemerkt, wie viel ich wirklich davon mitgenommen habe und was das alles in mir bewirkt hat. Dafür möchte ich mich hier an dieser Stelle noch einmal vom ganzen Herzen bei der Bundesjugend bedanken.

 

LeaRemiorz
Bundesjugend - Verband junger Menschen mit Hörbehinderung e.V.
Anna-Limbourg-Haus
In der Olk 23, 54290 Trier

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