11. Juli 2016

Resolution aus Washington: Neue Hörtechnologien für schwerhörige Menschen

Menschen mit einem Hörverlust bilden eine der größten Behinderten-Gruppen auf der Welt. Ungefähr 15 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung hat einen gewissen Grad von Hörverlust. Für viele von ihnen können Hörgeräte ihr Leben dramatisch verbessern.

Hörgeräte sind sehr wichtig, um den hindernisfreien Zugang und die Teilnahme an der Gesellschaft zu fördern, und ihre Erschwinglichkeit ist entscheidend, wie bereits in der "Erklärung von Essen" vom April 2015 erwähnt. Hörgeräte und Hörtechnologie sollten verfügbar und erschwinglich sein. Niemand sollte der Zugang zu Hörtechnologie wegen des Preises verweigert werden.

Hörgeräte sind für viele schwerhörige Menschen entscheidend, um die Ziele der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen zu erreichen. Gemäss dieser Konvention (CRPD) hat ein Mensch mit Hörverlust das Recht auf ein volles und selbständiges Leben (Artikel 5), auf hindernisfreien Zugang (Artikel 9) und auf Eingliederung und Wiedereingliederung (Artikel 25). Die Behindertenrechtskonvention der UNO ist von 160 Mitgliedsstaaten angenommen und ratifiziert worden.

Die Hörgerätetechnologie wird ständig verbessert, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Der Internationale Schwerhörigen-Verband IFHOH (International Federation of Hard of Hearing People) ermutigt technologischen Fortschritt und heisst sichere neue Entwicklungen, welche hindernisfreien Zugang zum Hören fördern, willkommen. Diese neuen Entwicklungen sollten die Kompatibilität von Hörgeräten mit Mobil-Telefonen und Hörhilfsmitteln garantieren. IFHOH ist der Überzeugung, dass für die absehbare Zukunft die bewährte Induktionstechnologie (telecoil/Induktionsspule) in Hörgeräten und in den Prozessoren der Cochlea Implantate vorhanden und aktiviert sein muss. Mobil-Telefone (cell phones) und andere Tonquellen sollten mit der Induktionsspule kompatibel sein. Neue drahtlose Technologien sollten parallel zur Induktionsspule funktionieren.

IFHOH fordert seine Mitglieder weltweit dazu auf, mit Regierungen und anderen Institutionen zusammenzuarbeiten, um schwerhörigen Menschen den Zugang zu Hörgeräten, Hörhilfsmitteln (assistive listening devices) und neuen Hörtechnologien, welche erschwinglich, von bewährter Qualität und professionell genehmigt worden sind sowie Training und Unterstützung, um sie erfolgreich zu nutzen, zu gewährleisten.

Hier finden Sie die Resolution zum Download.


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