08. März 2018

6. CI-Informationsveranstaltung am CI-Zentrum Stuttgart

Großer Andrang herrschte bei der 6. CI-Informationsveranstaltung des Cochlea-Implantat-Zentrums der HNO-Klinik Stuttgart am Abend des 24. Januar 2018.

Im vollbesetzten Olga-Raum, der durch eine Induktions-Ringschleife Hörgeräte- und CI-Trägern ein barrierefreies Hören ermöglicht, war das Hauptthema der diesjährigen Veranstaltung die Rehabilitation nach einer CI-Versorgung. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Sittel, ärztlicher Direktor der HNO-Klinik, gab unser lt. Oberarzt Dr. Schneider zunächst einen Überblick über die aktuellen medizinischen Kriterien für die Versorgung mit einem Cochlea Implantat bei Erwachsenen und Kindern. Die Möglichkeiten der Anbindung eines CI´s an moderne Zusatztechnik wie drahtlose Übertragungsanlagen, Smartphones oder auch an ein Hörgerät auf dem Gegenohr wurden danach anschaulich von Frau Correnz- v. Erdmannsdorff, Audiologin am CI-Zentrum, erklärt.

Der Einsatz von Zusatztechnik erleichtert auch die Rehabilitation, die nach einer CI-Versorgung bei Erwachsenen einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren umfasst und ein intensives Hörtraining beinhaltet. Im Rahmen des REHA-Konzepts des CI-Zentrums Stuttgart werden ambulante und stationäre REHA-Maßnahmen auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt, wie Frau Dr. Koitschev, Koordinatorin des CI-Zentrums Stuttgart, in ihrem Beitrag erläuterte.

„Eine Reha ist keine Kur!“
Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung bildete der Vortrag von Dr. Roland Zeh, Chefarzt der HNO-Abteilung der Kaiserbergklinik Bad Nauheim und selbst CI-Träger, über die stationäre Rehabilitation nach einer CI-Versorgung. Er machte deutlich, welche zusätzlichen Möglichkeiten die stationäre REHA über 3-5 Wochen bietet und untermauerte seine Aussagen durch statistische Auswertungen der Hörergebnisse seiner Patienten. Fast alle Patienten profitieren nach seiner Erfahrung von der stationären REHA und können Ihre Hörleistung in wenigen Wochen deutlich verbessern. Dafür ist jedoch harte Arbeit erforderlich, denn, so beschloss Dr. Zeh seine Ausführungen, „eine REHA ist keine Kur“!

Nach den Vorträgen bestand die Möglichkeit zum Austausch sowohl mit den Mitarbeitern/Innen des CI-Zentrums als auch mit den Vertretern der Industrie, insbesondere der vier CI-Herstellerfirmen. Stark frequentiert waren auch die Stände der regionalen Selbsthilfevertreter, namentlich des Cochlea Implantat-Verbandes Baden-Württemberg e.V. und des Schwerhörigenvereins Stuttgart e.V., die seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit dem CI-Zentrum Stuttgart verbindet.

Die nächste CI-Informationsveranstaltung steht 2020 an und wird die Kapazitäten des Olga-Raums möglicherweise sprengen, wie ein Teilnehmer bemerkte und augenzwinkernd auch gleich eine Lösung vorschlug: den Umzug in die Stuttgarter Schleyer-Halle! Leider ist diese wie viele öffentliche Gebäude im Raum Stuttgart für Hörgeschädigte nicht barrierefrei; es gibt also noch viel zu tun!

Dr. med. Christiane Koitschev
Koordinatorin CI-Zentrum Stuttgart

 


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