27. August 2017

Ein traumhaftes Sommerfest des CIV HRM

Am Samstag, dem 19. August 2017 feierte der CIVHRM im CIC Friedberg sein 15jähriges Jubiläum beim jährlichen Sommerfest. Ein Bericht von Helga Hauschild.

Da ich vorher nicht wusste, ob ich dabei sein könnte, fuhr ich ohne Anmeldung einfach hin und war restlos begeistert von dem tollen Programm, das wie immer von bewährten Leuten gestaltet wurde. Der Raum war restlos gefüllt von CI-Trägern und  deren Angehörigen/Freunden, die teilweise weite Anfahrtswege haben.

Wie immer führte uns Michael Schwaninger sehr gekonnt und humorvoll durch das Programm. Elke Schwaninger steht hilfreich und voll kreativer Ideen an seiner Seite.

Wir alle sind Ohrenbo(o)ten: Welch kreative und stimmige Wortschöpfung!

Zum 70. Geburtstag von Uli Rauter, der den Verein durch sein aktives Mitwirken so positiv mit trägt, hatte Elke ein offenes Ohr gestaltet. Muss man gesehen haben. Uli konnte viele gute Wünsche und Geschenke konnte entgegen nehmen.

Auch alle guten Geister des Sommerfestes (die sich um das leibliche Wohl etc. beim Fest kümmern) wurden mit Grüßen, Blumen  und Dankesworten bedacht.

Eine Vernissage von Bildern mit CI-Trägern zum Thema: Was bedeutet das CI für mich? war in den Räumen zu bewundern. Die Bilder werden später in verschiedenen Kliniken gezeigt.

Gehäkelte Schnecken

Auch eine super Idee ist es, den Kliniken gehäkelte Schnecken zu spenden, um damit Kindern, die implantiert werden, eine Freude zu machen. Heute war die Nacht der Häkelschnecken. Jede/r Häkelbegeisterte kann sich der Aktion anschließen! Gesammelte Schnecken aller Art wurden Michael von seiner Schwiegermutter überreicht zum Ausstellen oder sonstiger Verwendung.

Nicht zu vergessen die Band von Prof. Dr. Uwe Baumann, die uns im Garten bei schönstem Wetter mit wunderbarer Musik einen Hörgenuss bescherte. Zum Mitsingen wurden Textblätter verteilt, und spätestens beim „Griechischen Wein“ waren wohl alle dabei….

Man fühlt sich wie zuhause

Zurzeit ist der Verein CIVHRM bei einer stolzen Zahl von über 300 Mitgliedern angekommen, und es werden sicher noch viel mehr werden. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre untereinander und wie in einer großen Familie, die sich bei großen Anlässen trifft. Kurzum: man fühlt sich wie zuhause. :-)

Sehr gut erinnere ich mich an die Gründung im Jahr 2002, bei der ich anwesend war. Damals noch als hochgradig Hörgeschädigte und Vorsitzende des Schwerhörigenvereins Gießen. Durch diese Vereinsarbeit lernte ich bei verschiedenen Veranstaltungen CI-Träger kennen, die mit dem Cochlea Implantat für mich so erstaunlich gut hörten. Das war immer mein Silberstreif am Hörgeschädigten-Horizont, denn  Dr. Roland Zeh riet mir bei einer Kur im Jahr 2000 in der Baumrainklinik Bad Berleburg schon zur Implantation.

Bewegende Begegnungen

Für mich persönlich war es heute emotional sehr bewegend, Weggefährten aus dieser Zeit wiederzusehen. Da ist  Sandra aus Kassel, 2002 in der Baumrainklinik kennen gelernt, beide waren wir noch HG-Trägerinnen. Renate und Ralph-Uwe aus Giessen, mittlerweile teilweise implantiert, wozu sie sich von mir anregen ließen. Constance aus Frankfurt; wobei wir beide erfolglos geraten haben, wann und wo wir uns erstmals begegnet sind.

Viele neue Leute lernte ich kennen, und es gibt immer unendlich viel zu besprechen, Fragen und Antworten machen die Runde. Da ich auch nach meiner zeitweiligen Mitarbeit im Vorstand des CIVHRM  mich gern aktiv als Ohrbote betätige, erfreute mich heute eine Postkarte besonders. Eine Dame, die ich im Wartezimmer der HNO Uniklinik Frankfurt-Main kennenlernte und ihr im Gespräch ihre Ängste vor der anstehenden CI-OP ein wenig nehmen konnte, teilte mir aus der Reha in Bad Nauheim mit, dass die Operation sehr erfolgreich war.

Hilfsmittel helfen!

Zu meiner Person: ich ließ mich jeweils 2005 und 2008 in Frankfurt implantieren und kann aufgrund der gestiegenen Lebensqualität mein Leben aktiv und vor allem selbständig gestalten. Auch eine Re-Implantation 2013 konnte mich nicht schrecken und ist längst vergessen. Meine Motivation war immer, nicht von anderen abhängig zu werden und niemandem zur Last fallen zu wollen mit meiner Hörbehinderung.

Da ich technisch sehr interessiert bin, habe ich mir alle Hilfsmittel beschafft, die für mein Dasein wichtig sind. So besitze ich die Rauchmelder für Hörgeschädigte, die Lichtsignalanlage für Klingel und Telefon für Zeiten, in denen ich mal ohne die CIs agiere, z.B. morgens im Bad, und ich benutze sehr gern den Audiotransmitter zum Fernsehen. Die AquaSets probierte ich im Juli im Meerwasserwellenbad in Ostfriesland mit meinen Enkeln aus: sehr interessant und hilfreich, wenn auch ein wenig umständlich in der Handhabung. Im Bad wurde ich direkt von einer CI-Trägerin angesprochen, die die AquaSets bei mir gesehen hatte. Nun bin ich beim Minimic 2 angekommen, der Antrag läuft bei der KK.

Induktion in der Kirche

Meine Fernbedienung für die SP ist immer im Einsatz, wobei ich es vermeide, zu oft in den Programmen hin und her zu springen. Das Scanprogramm ist in Situationen wie beim Sommerfest allerdings schon sehr hilfreich.

Sehr gefreut habe ich mich auch, als vergangene Woche mein Enkel eingeschult wurde und wir beim Gottesdienst waren. Ich wusste nicht, ob es an meinem neuen Wohnort in der Kirche eine Induktionsschleife gibt,  probierte es einfach mit der FB aus und siehe da: Es war wunderbar, dem Einschulungsgottesdienst Wort für Wort folgen zu können.

Mit meiner Schilderung möchte ich anderen Menschen Mut machen zum CI oder auch dem aktiven Umgang damit.

Helga Hauschild

hauschild.helga@gmx.de

Fotos: Sabrina Franze (1), Wolfgang Kaiser (alle anderen)

 


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