18. Oktober 2017

Das Selbsthilfegruppen-Leiter Seminar im CIVHRM e.V., war ein gemeinsames Projekt zwischen den jüngeren und älteren Teilnehmern. Daher gibt es auch 2 Berichte über das produktive Brainstorming:

Jung und Alt unter einem Dach in der Selbsthilfe

Ein Workshop des CIV HRM am 9. September 2017 in der Kaiserbergklinik Bad Nauheim, anlässlich der Gründung der ersten regionalen Selbsthilfegruppe von „Deaf Ohr Alive Rhein-Main“ unter dem Dach des CIVHRM. Die Moderation dieses Workshops für SHG-Leiter im CIVHRM e.V. hatte Petra Blochius übernommen.

Immer mehr junge Menschen sind in den letzten Jahren zur Selbsthilfe gekommen. Einer der Gründe dafür ist, dass 2015 die junge Selbsthilfe „Deaf Ohr alive“ unter dem Dach der DCIG gegründet wurde, deren Ziel es ist, jungen CI-Trägern in der Altersgruppe von 18 – 27 Jahren eine Plattform zu geben. Zum einen ist sie geprägt von den heutigen Kommunikationsmöglichkeiten wie - Homepage – Emailverteiler – Soziale Netzwerke – Chatrooms – Foren oder Blogs, aber auch gerade um einen direkten, gezielten Austausch unter jungen oder junggebliebenen Menschen zu ermöglichen.

In dem Workshop galt es herauszufinden, wie das Miteinander von jungen CI-TrägerInnen und älteren CI-TrägerInnen in den Selbsthilfegruppen verbessert oder auch erst ermöglicht werden kann. Wo gibt es unterschiedliche Bedürfnisse? Können wir voneinander profitieren? Wo gibt es gemeinsame Interessen? Können wir gemeinsame Projekte initiieren? Eingeladen waren Interessierte, SHG-Leiter Jung und Alt.

In einer ersten Gruppenarbeit wurde herausgearbeitet welche unterschiedlichen Bedürfnisse gibt es überhaupt? Tauschen sich junge Menschen eher Online aus, treiben Sport, wollen Spaß oder Lokationen mit Musik, suchen die älteren Leute eher den persönlichen Austausch, machen Ausflüge und bevorzugen eher ruhige Treffpunkte?

Doch es gibt auch Bedürfnisse die bei Jung und Alt einen gleichen Stellenwert genießen:

– Informationen sammeln, Austauschen über Techniken
– gemeinsame Aktivitäten, Geselligkeit
– soziale Kontakte suchen und pflegen
– raus aus der Isolation
– unser Thema in die Gesellschaft tragen
– gegenseitiges Verständnis, Hilfestellung
– Einbeziehen der Angehörigen.

In drei Arbeitsgruppen jeweils gemischt aus jüngeren und älteren Seminarteilneh-mern wurden diese Informationen zusammengetragen.

Anschließend waren die Teilnehmer in einem Brainstorming aufgefordert, sich Ge-danken und Vorschläge über gemeinsame Projekte zu machen. Diese wurden vor-gestellt und besprochen. Nach einer Punktebewertung wurden zwei Favoriten aus-gewählt. In Gruppenarbeit wurden diese Vorschläge vertieft.

Die Favoriten von „Jung und Alt“ sind zum einen, eine gemeinsame Weinprobe zu machen, die kombiniert ist mit einem medizinischen Vortrag. Zu dieser Veranstaltung soll im August 2018 eingeladen werden.

Der zweite Vorschlag ist die Gründung eines Referentenpools. Hier ist der Gedanke, dass in übergreifenden Veranstaltungen, an jeweils verschiedenen Orten und immer gemeinsam mit mehreren SHG’s, 2-3 ca. 20minütige Referate von Mitgliedern gehalten werden können. Die Referenten stellen ihre Vita vor und zeigen damit, welche Möglichkeiten man im Leben hat und wie trotz Hörbehinderung dies alles möglich war und auch bewältigt wurde.

Beide Vorschläge werden nunmehr erst einmal innerhalb des erweiterten Vorstandes detaillierter ausgearbeitet und anschließend auf den Weg gebracht.

Es war die erste Zusammenkunft dieser Art zu diesem Thema. Man hat doch schon gleichgesehen, dass nicht nur der Wille zu Gemeinsamkeiten vorhanden ist, sondern dass „Jung und Alt“ mit viel Engagement und Spaß bei der Sache war.

Euer Heinz Diefenbach

Jung und Alt unter einem Dach in der Selbsthilfe

SELBSTHILFE, der Gründungungsgrund unseres CIV HRMs, hat über die letzten Jahre einen enormen Stellenwert in unserer CI-Gesellschaft eingenommen. Auch immer mehr junge CI-Nutzer sind in den letzten Jahren zur Selbsthilfe gekommen. So hat sich zum Beispiel kürzlich die Gruppe „Deaf Ohr Alive Rhein-Main“ unter dem Schirm des CIV HRMs gegründet. Um herauszufinden, wie das Miteinander von jungen und älteren CI-Nutzern in der Selbsthilfegruppe verbessert werden kann, lud der CIV HRM am 09. September 2017 zum SHG Leiter Seminar, „Jung und Alt unter einem Dach in der Selbsthilfe“, in die Kaiserbergklinik nach Bad Nauheim ein. Wir möchten uns hier noch einmal ganz herzlich bei Petra Blochius für die Moderation des Seminars und der Kaiserbergsklinik Bad Nauheim für die zu Verfügungstellung der Räumlichkeiten und das Mittagessen bedanken.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Workshop-Moderatorin Petra und Vorstellung aller Teilnehmer konnte es losgehen. Erfreulicher Weise waren unter den Teilneh-mern alle Altersklassen vertreten, so dass man sich mit viel Witz und Humor erstmal darauf einigen musste, wer denn nun zu den „Älteren“ und wer zu den „Jüngeren“ gehöre. Die erste Gruppenarbeit bestand darin die Ziele der Selbsthilfe, unterschiedliche Bedürfnisse und Schnittmengen von Jung und Alt zu erörtern. Schnell wurde deutlich, dass beide Altersklassen gleiche Interesse, wie Erfahrungs- und Informationsaustausch, Entscheidungshilfe und Kontakt und Aktivitäten mit Gleichgesinnten, mit der Selbsthilfe verfolgen. Allerdings werden diesen Interessen, nennen wir es jetzt mal „dem Alter entsprechend“, nachgegangen. Die jüngere Generation bevorzugt den Kontakt und Erfahrungs- und Informationsaustausch eher online, bei Events und Locations mit lauter Musik, während die ältere Generation sich lieber persönlich austauscht und zu Ausflügen oder Museumsbesuchen verabredet.

Anknüpfend an die Gruppenarbeit, wurden Ideen für ein „Generationen-Event 2018“, welches Jung und Alt anspricht und begeistern kann, gesammelt. In die Endauswahl schafften es eine Weinprobe und der Referenten-Pool. Nach dem Mittagessen machten sich zwei Gruppen an die Gestaltung der beiden „Events“. Die Rahmenbedingungen wurden gesetzt. Sobald alles in trockenen Tüchern ist, informieren wir euch natürlich und freuen uns, wenn ihr tatkräftig mitmacht – haltet also Augen und Ohren offen.

Am Ende unseres Workshops ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren und waren uns schnell einig, dass wir zu interessanten Erkenntnissen gekommen sind, an die wir anknüpfen wollen und die wir umsetzten möchten. Selbsthilfe ist keine Frage des Alters und spricht junge und ältere CI-Nutzer gleicher Maßen an. Wäre es nicht toll, wenn Jung und Alt diese Selbsthilfe noch intensivieren könnten, in dem sie sich zusätzlich unter einem Dach helfen?

Valerie Pestinger


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