31. Januar 2018

Uni München sucht CI-Träger für Sprach-Studie

In einem von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojekt suchen Münchener Wissenschaftler nach neuen Wegen der Sprachtherapie bei hörgeschädigten Menschen und insbesondere CI-Trägern. Auch wer nicht in München wohnt oder implantiert wurde, kann mitmachen.

Am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München finden wissenschaftliche Untersuchungen zu Sprachauffälligkeiten von CI-Trägern statt. In einem wissenschaftlichen Projekt, das von der EU gefördert wird, arbeiten Wissenschaftler aus sieben verschiedenen Ländern zusammen. Sie entwickeln und erproben Möglichkeiten der automatisierten Sprachanalyse zur exakten Beurteilung sprachlicher Besonderheiten. Dies hat zum Ziel, Therapiemethoden bei sprachlichen Einschränkungen zu verbessern und unterstützende Therapiegeräte und Programme zu entwickeln. Die Münchner Wissenschaftler konzentrieren sich hierbei auf Menschen mit Hörbehinderung und CI-Träger.

Aus der Erfahrung weiß man, dass eine angeborene Schwerhörigkeit die Sprachentwicklung von Kindern beeinträchtigen kann. Aber auch eine ausgeprägte Schwerhörigkeit im Erwachsenenalter kann langsam zu sprachlichen Auffälligkeiten führen. Dies betrifft vor allem die Aussprache, aber auch die Sprachmelodie, die Erzählfertigkeit und die Nasalität. Bislang konnte an der Münchner Klinik schon nachgewiesen werden, dass die beiden Faktoren „Alter bei der Ertaubung“ und „Dauer einer Gehörlosigkeit“ einen wesentlichen Einfluss auf die Sprachfertigkeit von Erwachsenen haben. Nun soll es vor allem darum gehen, die Auffälligkeiten exakt zu identifizieren, weitere Einflussgrößen auf die Sprache zu erkennen und die gefundenen Ergebnisse für die Rehabilitation nutzbar zu machen.

Geleitet wird das Projekt von Professor Maria Schuster, die zusammen mit dem Team der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf-Hals-Chirurgie eine große Erfahrung mit der CI-Versorgung hat.

Die Untersuchungen werden im Audiologischen Zentrum AUDIOMUC am Klinikum Großhadern und in der Innenstadt-Klinik mit Freiwilligen mit deren Einverständnis im Rahmen der regelmäßigen Untersuchungen durchgeführt. Gerne können auch interessierte CI-Träger teilnehmen, die sonst nicht in München behandelt werden.

Weitere Informationen und Kontakt: Prof. Dr. med. Maria Schuster oder Sandra Gollwitzer, Akademische Sprachtherapeutin M.A., Klinikum der Universität München, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf-Hals-Chirurgie, Marchioninistr. 15, 81377 München, Tel: 089 4400-73851 oder -53641, Fax 089 4400 78685. Mail: audio@med.lmu.de

 

 


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