20.06.2015

Hörunterstützung: Kultur via App genießen

Schwierigkeiten beim Sprachverstehen können den Besuch von Vorträgen, Theater oder Kino erheblich einschränken. Zwei neue Apps von Sennheiser ermöglichen es Besuchern, den Live-Ton einer Veranstaltung über WLAN-Streaming mit dem eigenen Smartphone zu hören. Träger von Hörgeräten oder Cochlea Implantaten können die kostenlosen Apps auch nutzen, um den Live-Ton der Veranstaltung über ihr Smartphone direkt an die Hörhilfe anzukoppeln.

In Zukunft können Nutzer über die neue Funktion Personal Hearing nicht nur die Lautstärke des empfangenen Audiosignals verändern, sondern die Sprachverständlichkeit und Klangqualität auf ihre persönlichen Hörbedürfnisse optimieren. Entwickelt wurde die Technologie von der Oldenburger Projektgruppe für Hör,- Sprach- und Audiotechnologie des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT.

Apps für Menschen mit Hörminderung, aber ohne Hörhilfe

Mit der neuen Hörunterstützung adressiert Sennheiser vor allem Menschen mit Hörminderung, die nicht mit einer Hörhilfe versorgt sind. Die Zahl der Betroffenen ist groß: Studien zufolge hat in Deutschland etwa jede sechste Person ein beeinträchtigtes Hörvermögen. Davon nutzen nicht einmal 25 Prozent ein Hörgerät.

Dr. Jan Rennies, Fraunhofer IDMT: "Zu unseren Signalverarbeitungsstrategien haben wir in Kooperation mit dem Hörzentrum Oldenburg umfangreiche Nutzerstudien durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, dass Probanden mit gering- bis mittelgradigem Hörverlust, die bei dem unverarbeiteten Ton Schwierigkeiten mit der Sprachverständlichkeit hatten, durch die Signalverarbeitung eine deutliche Verbesserung wahrnahmen."

Träger von Hörgeräten oder Cochlea Implantaten können die kostenlosen Sennheiser-Apps auch nutzen, um den Live-Ton der Veranstaltung über ihr Smartphone direkt an die Hörhilfe anzukoppeln. Neben der Hörunterstützung können "MobileConnect" und "CinemaConnect" außerdem Audiodeskription für Menschen mit Sehbehinderung übertragen oder bei Kinofilmen verschiedene Sprachversionen auf das Smartphone streamen. Welche Kinos und Theater die Technologie anbieten, erfahren Nutzer über das Kulturportal "Culture Inclusive" (www.culture-inclusive.com).

"Mit der Weiterentwicklung von MobileConnect und CinemaConnect verfolgt Sennheiser das Ziel, inklusive Technik für kulturelle Veranstaltungen zu vereinfachen und mehr Menschen mit beeinträchtigtem Hör- oder Sehvermögen den Genuss von Kultur zu ermöglichen. Basierend auf dieser Technologie werden wir weitere branchenspezifische Lösungen entwickeln, z.B. für den Konferenzbereich", so Jörn Erkau, Geschäftsführer der Sennheiser Streaming GmbH.

Funktionsweise

Damit Nutzer das Audiosignal leicht und ohne einen Hörtest selbst anpassen können, haben die Fraunhofer-Forscher eine intuitive Bedienschnittstelle entwickelt: Anwender können die Einstellung verändern, indem sie mit dem Finger solange über eine berührungsempfindliche Auswahlfläche fahren, bis sie ein gut verständliches Klangbild erhalten. Eine weitere Anpassung während der Veranstaltung ist problemlos möglich.

Quelle: IDMT Fraunhofer

INFO

Über die Projektgruppe für Hör-, Sprach- und Audiotechnologie des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT | Ziel der Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Hörwahrnehmung des normalen und des beeinträchtigten Gehörs in technologische Anwendungen umzusetzen. Über wissenschaftliche Kooperationen ist sie eng mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und anderen Einrichtungen der Oldenburger Hörforschung verbunden und ist Partner im Exzellenzcluster Hearing4all

Die Sennheiser-Gruppe mit Sitz in der Wedemark (Region Hannover) ist einer der weltweit führenden Hersteller von Mikrofonen, Kopfhörern und drahtlosen Übertragungssystemen. 2013 erzielte das 1945 gegründete Familienunternehmen einen Umsatz von rund 590 Millionen Euro. Weltweit hat Sennheiser mehr als 2 500 Beschäftigte sowie eigene Werke in Deutschland, Irland und den USA.

 


Zurück