18.03.2015

Gameboy-Hörtest hilft Kindern

An der Ruhr-Universität Bochum wurde ein neuartiger Hörtest für Kinder entwickelt, der auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologievom 5. bis 7. März 2015erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er soll dabei helfen, festzustellen, ob Kinder an einer speziellen Hörverarbeitungsstörung leiden, die zu Problemen in der Schule führen kann.

Schätzungen zufolge sind 140 000 Grundschulkinder davon betroffen, was häufig ein Grund für Konzentrationsstörungen ist, aber auch zu Lese- oder Rechtschreibschwäche führen kann.

Der BASD (Bochumer Auditiver Sprachdiskriminationstest) funktioniert wie eine Mischung aus klassischem Hörtest und einem Memory-Spiel. Das Gerät ist nicht viel größer als ein Gameboy und hat ein Display, auf dem die Kinder Gehörtes mit bestimmten Symbolen, beispielsweise Karten, in Verbindung bringen. Mit dem neuen Verfahren testen die Bochumer Ärzte, ob z.B. die unterschiedliche Länge von Tönen genau erkannt wird. Nach zehn bis zwölf Minuten liefert der Test eindeutige Ergebnisse über die Hör- und Sprachverarbeitung der Kinder.

Das Test-Verfahren wurde unter der Federführung von Prof. Katrin Neumann entwickelt. Sie leitet die Pädaudiologie und Phoniatrie der Hals-Nasen-Ohren-Klink des St. Elisabeth-Hospitals Bochum (Universitätsklinik der RUB) und ist Beraterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Unter ihrer Mithilfe wurde in Deutschland der Hörtest (Screening) für Neugeborene als verpflichtendes Standardverfahren eingeführt. Dieser Anspruch auf einen Hörtest ist seit 2009 gesetzlich verankert.(Foto: ©RUB, Damian Gorczany)


Prof. Neumann hofft, dass nun auch der BASD möglichst flächendeckend in HNO-, Kinderarztpraxen und von Logopäden eingesetzt wird. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.Quelle: Ruhr Universität Bochum

Lesen Sie dazu auch den Beitrag in den Ruhrnachrichten


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