15.01.2015

LormHand: Interaktiv inklusiv – Taubblind ans Netz

Eine Kommunikationsform, mit der sich taubblinde Menschen ihrer Außenwelt mitteilen können, ist das Lorm-Alphabet. Mit Tast- und Streichbewegungen werden seinem Gesprächspartner Nachrichten in die Handfläche geschrieben. Dabei steht jede Berührung für einen Buchstaben.

Allerdings sind Gespräche eben nur möglich mit Menschen, die dieses Alphabet beherrschen und die vor allem in unmittelbarer Nähe sind, um deren Hand berühren zu können. So waren Taubblinden digitale Medien bislang verwehrt, die Teilnahme an sozialen Netzwerken ausgeschlossen.

Deshalb entwickelte Tom Bieling vom Design Research Lab der Berliner Universität der Künste die LormHand, die Taubblinden die Teilhabe an digitalen Kommunikationsmedien und damit die gesellschaftliche Teilhabe erleichtern will. Mit Hilfe der LormHand können taubblinde Menschen Nachrichten digital übermitteln und über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter versenden. Somit wird die Kommunikation über Distanzen möglich und Taubblinde erhalten Zugang zur Online-Welt. Umgekehrt bekommen Außenstehende einen Einblick in die Lebenswelt Taubblinder.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Taubblinden- Hör- und Sehbehinderten, Angehörigen und Betreuern, das weiterentwickelt werden soll. Es ist eines von 15 Projekten, die im Rahmen des Hochschulwettbewerbs 2014 "Mehr als Bits und Bytes" ausgezeichnet wurden. Der Wettbewerb wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 – Die digitale Gesellschaft – gefördert.

 

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