29. März 2019

Ein Wochenende Abenteuer aus unterschiedlichen Blickwinkeln

Der Skikurs für Hörgeschädigte Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren fand im Februar 2019 in Nesselwang statt.

Der Skikurs für Hörgeschädigte Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren fand in Nesselwang, im schönen Allgäu, das erste Mal statt und wurde von der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayerns finanziell unterstützt, wofür wir uns sehr herzlichst bedanken möchten.

Zu unserer Überraschung war die Nachfrage zu diesem speziellen Skikurs für Hörgeschädigte Kinder und Jugendliche so hoch, so dass es kurzerhand ausgebucht war. Etwa 40 Personen kamen zusammen, um gemeinsam Ski zu fahren, zu spielen, Fasching zu feiern, sich auszutauschen und einfach eine gute familiäre Zeit zu haben.

Bereits am frühen Freitagmorgen um 5:45 Uhr trafen wir uns an der ARAL-Tankstelle in Dettelbach. Ein Reisebus wurde organisiert. Alle Kinder waren sehr aufgeregt. Pünktlich um 6 Uhr fuhren wir los. Nach ca. 1 Stunde stiegen an einer Autobahnausfahrt eine weitere Familie ein und die Hinfahrt konnte Problemlos fort- und zu Ende geführt werden.

In Nesselwang angekommen, waren wir überrascht, dass genügend Schnee vorhanden war, was bei den warmen Temperaturen der letzten Tage für uns alle fraglich erschien.

Während des Kurses übernachten die Teilnehmer im schönen Hotel Explorer. Das Besondere an diesem Hotel ist, dass es direkt an einem Übungshang für Kinder liegt, der hervorragend für Anfänger geeignet ist. Für Fortgeschrittene, die trotzdem einen Skilehrer benötigen, liegt in unmittelbarer Nähe die Alpspitzbahn entfernt.

Da die Zimmer erst gegen Nachmittag bezugsfertig sind, bekamen wir für das ganze Wochenende einen Tagungsraum kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dieser Raum war für uns alle ideal. So konnten die Koffer problemlos abgestellt werden und die Eltern die Kinder für das Skifahren startklar machen.

Im Aufenthaltsraum wurde die Begrüßungs- und Kennenlernrunde in Gebärdensprache durch die Skilehrerin Lackerbauer und ihr Team Lutz, Hopf und Braun durchgeführt. Informiert wurde zudem auch, dass es für alle Kinder Helmpflicht bestand.

Mit knapp 20 Hörgeschädigte Skischülern war es die größte Gruppe für Monika Lackerbauer und ihr Team. Um den ersten Eindruck der Kinder zu bekommen, versammelte man sich am Kinderland und starteten mit einem gemeinsamen Aufwärmrunde und teilten kurz darauf die Kinder in leistungsangepasste Gruppen. Mit den vier Skilehrern, nämlich Monika Lackerbauer, Herbert Lutz, Alexander Hopf und Marco Braun konnten sehr kleine, pädagogisch wertvolle und altersangepasste Gruppen gebildet werden. Dieses engagierte Team wurde am Samstag von Susanne Schaub tatkräftig unterstützt. Alle machten unter Anleitung den Skilehrern schon am ersten Tag große Fortschritte und waren mit Feuereifer und großem Enthusiasmus dabei. Keiner wollte aufhören.

Im Kinderland lernen kleine Anfänger auf spielerische Weise das Skifahren. In dem idealen, abgegrenzten Gelände übernehmen 3 Seillifte und ein Zauberteppich (Förderband) den Aufstieg. Abwärts ging es dann über Wellen, Schanzen, Tunnels, Slaloms, Wippen und viele weitere „Lernhilfen“.

Zurück im Hotel gingen am Abend einige Eltern zum Entspannen und Aufwärmen ins Sport Spa mit Sauna. Jeden Abend fand von 18-21 Uhr Flutlichtbetrieb an der Alpspitzbahn statt, doch alle Teilnehmer waren froh, die Füße etwas hochlegen zu dürfen.

Die Wetterbedingungen Tag zuvor waren vorerst relativ gut (genug Schnee, etwas Regen und bewölkt), am zweiten Tag wurden wir durch eine etwas harte Piste abgehärtet, was aber die Motivation den Skischülern nicht minderte. Am diesem Tag teilten wir die Skischüler nach kurzem Aufwärmen in Gruppen ein, während Organisatorin Katja Hopf die ermäßigten Skipässe holte und stürzten uns ins Vergnügendes Skigebiets im Nesselwang. Nach vielen Übungen trafen wir uns zur Mittagstunde mit den Eltern im Restaurant, in welchem wir die gemeinsame Mittagspause verbrachten. Anschließend wagten wir uns wieder auf die Pisten und hatten sehr viel Spaß. Es schneite leider nicht und die noch vorhandenen großen matschigen Schneehügel verlangten den Skischülern viel ab, doch sie lernten sehr viel und der ein oder andere Hügel wurde zum Schanzen verwendet.

Am Abend organisierten die Eltern eine kurze Faschingsfeier. Es wurden Spiele gespielt und viel Süßigkeiten vernascht. Für die Kinder war es ein toller Abend. Vielen Dank an die Eltern, die diesen Abend für uns alle lustig und unvergesslich machten.

Der dritte und letzte Tag war für uns alle ein Kaiserwetter. Die Sonne besuchte uns und würden alle Kinder das Skifahren können? Jedes Kind bekam den passenden Kurs, in dem er weiter „wachsen“ kann.

Ein vierjähriges Kind bekam am letzten Tag von Skilehrer Marco Braun „Einzelunterricht“ und lernte zur Freude aller Eltern das Skifahren. Herbert Lutz war mit seiner Fortgeschrittenen-Gruppe im großen Skigebiet unterwegs. Dort lag reichlich Schnee, so dass man sehr gut fahren konnte. Monika Lackerbauer und Alexander Hopf übten mit ihrer Gruppe, wie tags zuvor, am Tellerlift. Alle Kinder konnten am letzten Tag mit Bravour den kleinen Hang alleine fahren. Zuletzt kapselte die Gruppe Alexander Hopf und fuhr mit dem Schlepplift in das große Skigebiet. Auch wenn das große Skigebiet am Anfang schwieriger zu fahren war, machte es nach etwas Übung richtig Spaß. Die Angst verflog, nachdem Alexander Hopf jeden Schritt den Teilnehmer in Gebärdensprache besprochen hatte.

Der letzte Tag ging mit Erfolg zu Ende. Alle Kinder können Skifahren. Wir hatten viel Spaß und der Skikurs bleibt uns, dem Gehörlosen Sportverein Würzburg, als sehr positives Ereignis in Erinnerung. Dies wurde zusätzlich durch die positive und liebevolle Rückmeldung der Eltern bedingt. Wir hoffen, dass die Teilnehmenden ebenfalls viel Spaß hatten und sie zuhause in der Schule, Verein, Freunde, Familie erzählen werden.

Vielen Dank für die großartige Unterstützung der freiwilligen Skilehrer Monika Lackerbauer, Herbert Lutz, Alexander Hopf, Marco Braun und Susanne Schaub, das Vertrauen der Eltern und die Begeisterung der Teilnehmer für das Skifahren.

Fazit der Skilehrer Lackerbauer und Lutz:
Der 3tägige Skikurs bereitete uns sehr viel Freude. Wir haben viele strahlende Kinderaugen gesehen und waren erstaunt, wie schnell die Kinder diesen Skikurs umgesetzt haben. Zu unserer Freude können wir mit Stolz und Erleichterung nach Hause fahren und hoffen, dass die Eltern die Kinder regelmäßig Skifahren werden. Einige Kinder fahren schon sehr gut Ski und könnten an den Bayerischen- bzw. Deutschen Gehörlosen Skimeisterschaften teilnehmen.

Organisiert der GSV Würzburg wieder ein Skikurs? Evtl. für Fortgeschrittene oder wird es vielleicht ein Snowboard-Kurs geben? Die Organisation, was ich überwiegend alleine bewältigte, war in kürzester Zeit (von Dezember 2018 bis Februar 2019) mit viel Glück machbar. Zu meinem Erstaunen muss ich feststellen, dass die Kosten für diesen 3tägigen Skikurs um 22,30% reduziert werden konnte. Ich denke, es obliegt jetzt den Eltern, ob Sie Ihre Kinder weiter fördern wollen. Für den Gehörlosen Sportverein Würzburg wurde der erste Schritt getan und wir hoffen, dass wir einige Kinder bei den Meisterschaften sehen werden.

Katja Hopf


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