16.01.2015

Rhythmische Taubheit – wenn man den Takt nicht trifft

Haben Sie auch bei manchen Menschen das Gefühl, dass ihnen jegliches Gefühl für Takt und Rhythmus fehlt? Beim Tanzen treten sie ihnen auf die Füße oder sie gehen zusammen spazieren und es gelingt ihnen nicht, auf gleicher Höhe zu bleiben. Unter Umständen können diese nichts dafür, weil ihr biologischer Rhythmus für ein synchrones Zusammenspiel schlichtweg unempfänglich ist.

Wissenschaftler der MacGill Universität in Montreal fanden heraus, dass manche Menschen für Taktschläge einer externen Quelle regelrecht taub sind und folglich den Takt nicht treffen können. Das hat nichts mit fehlender Musikalität zu tun oder mangelndem musikalischem Gehör. Da dieses Gehör-Defizit selten ist, verglichen die Forscher zwei "Takt-Taube" mit 32 Testpersonen vergleichbaren Alters und Bildungsstands.

Die Forscher erhofften sich durch diese Studien aufdecken zu können, wie auditorische und motorische Systeme innerhalb des neuronalen Netzwerks harmonieren. In den Experimenten waren die normal Hörenden in der Lage, den Taktschlag eines Metronoms mitzutippen.

Hingegen konnten die Personen mit rhythmischer Taubheit den Takt nicht finden und trafen ihn auch nach einer gewissen "Einhörzeit" nur schwer. (Motorische Defizite dieser Probanden wurde von vorneherein ausgeschlossen.) Die Aufgabe wurde noch schwieriger, als das Metronom plötzlich langsamer und schneller wurde. Die normal Hörenden waren in der Lage, sich den Veränderungen innerhalb weniger Schläge anzupassen. Den beiden anderen Personen gelang es hingegen gar nicht, ihr Tippen mit dem neuen Rhythmus zu synchronisieren.

Die Forscher fanden die Erklärung für dieses Problem in dem biologischen Rhythmus eines Menschen, der angeboren ist. Dazu zählen Verhaltensweisen, die periodisch oder zyklisch sind. Gemeinsame Aktivitäten wie Gehen, Klatschen, Musik machen und selbst zu sprechen sind Beispiele für solche Rhythmen.

Manche rhythmische Verhaltensweisen werden durch externe Faktoren bestimmt, wie beispielsweise Musik, die ein Jogger über einen MP3-Player hört und die ihn schneller laufen lässt. Oder ein schneller Wanderer, der langsamer wird, um sich an das Tempo der anderen anzupassen. Die meisten Menschen können ihren Rhythmus an solche externen "Signale" angleichen. Menschen mit Rhythmischer Taubheit hingegen waren dazu kaum oder gar nicht in der Lage.

Diese Ergebnisse unterstützen die Idee, so die Wissenschaftler, dass Takt-Taubheit ein Problem des inneren biologisches Rhythmus' sei, nämlich sich anzupassen oder mit anderen im Gleichklang zu interagieren, was – von der Musik abgesehen – zum Beispiel bei Sportarten wie Paartanz oder Eiskunstlauf wichtig ist.

 

Quelle:

http://www.dailymail.co.uk


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