Ohren am Fuß der Eifel

Bereichernd, intensiv, gemeinschaftlich und sehr lustig – das war die Impro-Workshop-Woche vom 6. September bis 13. September in Gemünd.

Acht Tage lang verwandelte sich die Jugendherberge im Eifelort Gemünd bei Schleiden in eine Bühne voller Kreativität, Spontaneität und Begegnungen. Insgesamt 31 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet, überwiegend 35 Jahre und älter, reisten für einen Improtheater-Workshop in die Eifel. Begleitet wurden sie von den beiden Schauspielern Ralf und Sabine sowie den Betreuerinnen Maria und Andrea, die die Woche gemeinsam sorgfältig vorbereitet hatten.

Drei Gruppen arbeiteten jeweils abwechselnd mit Ralf oder Sabine und erhielten so die Gelegenheit, unterschiedliche Schwerpunkte kennenzulernen. Im Mittelpunkt standen Impro-Games, die nicht nur schauspielerische Fähigkeiten förderten, sondern auch Mut, Spontaneität und gemeinsames Lachen freisetzten. Besonders eindrücklich waren  Spiele wie „Wachsen und Schrumpfen“: Eine Person betritt die imaginäre Bühne und führt eine selbstgewählte Handlung pantomimisch aus. Nach und nach kommen weitere Teilnehmende hinzu, die die Bewegungen aufgreifen, variieren und in neuer Form zurückspiegeln. So entsteht ein dynamisches Gruppenbild, das sich in Wellen steigert, bis es schließlich wieder zurückgeführt und aufgelöst wird – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie aus kleinen Impulsen ein gemeinsamer Höhepunkt wachsen kann.

Beim „Jobinterview" stellte eine Gruppe die Jobbewerber dar, Sabine war die Interviewerin. Zuvor hatte sie von den Zuschauenden einen kuriosen Berufstitel erhalten – beispielsweise „Bobbycar-Mechaniker“. Ziel war es, den Bewerberinnen und Bewerbern in Form von kleinen, leicht irreführenden Hinweisen Stück für Stück nahezubringen, um welchen Beruf es sich handelte. Die Bewerber wiederum mussten versuchen, durch geschicktes Nachfragen und Kombinieren den Beruf zu erraten. Da die Interviewerin immer nur Andeutungen gab, entwickelte sich für die Teilnehmenden wie für das Publikum ein amüsantes Ratespiel voller überraschender Wendungen.

Das dritte Spiel, „Trizodate“, verfolgte einen ganz anderen Ansatz: Ralf suchte ein Date. Auf der anderen Seite befanden sich drei bis vier Mitspielende, die jeweils einen Tiercharakter verkörperten – etwa einen Geparden, einen Papagei oder eine Ziege. Ihr Ziel war es, Ralf mit den spezifischen Eigenschaften, Gesten und Eigenheiten des jeweiligen Tieres von sich zu überzeugen. So entstand eine humorvolle Mischung aus Improvisation, absurden Situationen und viel Spielfreude.

In der Mitte der Woche fand ein besonderer Spieltag statt: Die „Eifel Games“ boten einen Tag voller Geschicklichkeitsdisziplinen, angelehnt an die schottischen Highland Games. Die Teilnehmenden traten in drei Teams gegeneinander an und sammelten Punkte in verschiedenen Wettbewerben. Den Abschluss bildete ein Highlight-Spiel, das die Teams zusammenschweißte und für riesigen Spaß sorgte. Die Stimmung war ausgelassen, energiegeladen und gemeinschaftlich.

Den offiziellen Schlusspunkt setzte der Freitagabend mit einer großen Improshow: Die Teilnehmenden spielten ihre Lieblings-Impro-Games und brachten die Vielfalt des Gelernten auf die Bühne. Diese Vorstellung, die ausdrücklich für alle Teilnehmenden gedacht war, rundete die Workshop-Woche humor- und eindrucksvoll ab.

Neben den künstlerischen Inhalten war es vor allem die Gemeinschaft, die diese Tage prägte. Es entstanden neue Bekanntschaften, manche Freundschaften vertieften sich – ein soziales Miteinander, das über die Workshopräume hinausging. Am Samstag hieß es schließlich Abschied nehmen: Alle traten die Heimreise an, viele mit dem Gefühl, eine bereichernde und intensive Woche erlebt zu haben.

Text: Jörg Bertels, Foto: privat

Die DCIG dankt der Techniker Krankenkasse für die Förderung.

Der Artikel erschien in der Schnecke 130/Winter 2025.
2026 geht es für die All Ager vom 20. bis 26. September in den Spreewald in Brandenburg. Informationen und Anmeldung auf dcig.de folgen. 


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