14.01.2015

Nachbesserungsbedarf beim Versorgungsstärkegesetz

Im Bereich der gesundheitlichen Versorgung sollen durch die Neuerungen des Versorgungsstärke­gesetzes viele Änderungen auf den Weg gebracht werden. Die BAG Selbsthilfe hält Nachbesserungen allerdings für notwendig.

Konnten Versicherte bisher eine Zweitmeinung hinsichtlich Diagnose und Therapie einholen, steht nun im Gesetzentwurf, dass nur bei bestimmten planbaren Eingriffen eine Zweitmeinung rechtens sein soll. Und was machen die anderen Patienten? "Aus Sicht der BAG Selbsthilfe muss es ein uneingeschränktes Recht auf eine zweite Meinung geben. Gleiches gilt bei der Wahl der Behandlungsmethode", so Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG Selbsthilfe.

Im Gegensatz dazu ist das Anliegen der Bundesregierung, die Wartezeiten von Patienten zu verkürzen, sehr positiv zu betrachten. Monatelanges Warten auf Facharzttermine soll nun vermieden werden. Laut Gesetzentwurf sollen Termine in Krankenhäusern über Terminservicestellen vereinbart werden und dadurch unnötige Krankenhauseinweisungen umgangen werden.

Das Versorgungsstärkegesetz soll künftig auch die zahnmedizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftigkeit verbessern. "Dem vorliegenden Gesetzentwurf fehlt aber bisher noch die Regelung, dass die Aufklärung für den Patienten verständlicher und in barrierefreier Form zu erfolgen hat. Bei Menschen mit geistiger Behinderung sollte die leichte Sprache verwendet werden. Ebenso sollten für Menschen mit Hörbehinderungen Hilfestellungen bereitgestellt werden", so Dr. Danner.

 

BAG Selbsthilfe e.V.
Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankunge und ihren Angehörigen

www.bag-selbsthilfe.de


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