30. Oktober 2016

Hörverlust als Barriere für Kommunikation und Lebensqualität überwinden

Am 29. und 30. Oktober 2016 fand im Hotel Schloss Berg am Starnberger See ein Technikworkshop von Med-el für SHG-Leiter und DSB-Vereinsleiter statt.

Vor zwei Jahren nahm ich erstmals an solch einem Workshop teil, damals in Schneverdingen und noch beidseitig mit Hörgeräten versorgt. Seit letztem Jahr trage ich links ein Med-el (Synchrony) und nutze gern gemeinsam mit Herbert Hirschfelder, Renate und Helmut Heering die Informationsmöglichkeit zum diesjährigen Workshop in Berg bei München.

„Wir wollen Hörverlust als eine Barriere für Kommunikation und Lebensqualität überwinden“ lautet die Mission des CI-Herstellers.
Das Leistungsportfolio ist umfangreich. Waren es vorher überwiegend Kinder, so sind heute etwa 50% der Menschen mit einer CI-Versorgung zum Zeitpunkt der Implantation über 60. Sehr anschaulich erläuterte Gernot Rupprecht, Senior Regional Manager das Synchrony CI–System. Das Implantat ist das Fundament ähnlich dem Fundament eines Hauses. Immerhin soll das Implantat 30 Jahre halten.

In einem weiteren Vortrag ging es um die CI-Anpassung: Lautstärke und Tonhöhe sind zwei ganz verschiedene Dinge. Also nicht vertauschen! Die persönliche Einstellung ist ebenfalls ganz wichtig. Doch das Wichtigste ist das Gehirn. Also üben, üben, üben!
Üben durfte dann eine Gruppe Teilnehmer die Handhabung der Med-el-Systeme während die andere Gruppe mehr über die Mittelohrimplantate Vibrant Soundbridge und Bonebridge erfuhr.

Während ein Hörgerät rein akustisch verstärkt, wird beim Mittelohrimplantat der Hörgewinn durch eine mechanische Stimulation erreicht. Beim CI ist es eine elektrische Stimulation. Auch Mittelohrimplantate müssen angepasst werden, aber anders als beim CI kann die Einstellung über ein Audiogramm erfolgen.
Wie komme ich zu einer Kostenzusage für eine drahtlose Kommunikationsanlage? Franz Boob aus Pforzheim gab uns wichtige Hinweise und Tipps hierzu. Seit Dezember 2015 enthalten die Hilfsmittelrichtlinien z.B. auch Übertragungsanlagen. Wer also noch eine ältere Widerspruchsklage laufen hat, sollte diese zurückziehen, ein Vierteljahr warten und neu beantragen, da die Rechtsanlage sich geändert hat.

Die Reihenfolge dürfte den meisten bekannt: Feststellung der Behinderung, eine ambulante ärztliche Verordnung über Sender, Empfänger und Adapter sowie die Dokumentation (Sprachtest im Freifeld). Dann erfolgt die Antragstellung bei der Krankenkasse. Dem Anschreiben unbedingt beifügen: Kopie des Behindertenausweises, ärztliche Verordnung, Kostenvoranschlag, Sprachprüfung im Freifeld und sonstige Anlagen, wie Urteile. Dankenswerterweise bekamen wir mit den Workshop-Unterlagen den gesamten Vortrag mit allen Paragraphen und Hinweisen nach Hause geschickt. Der Workshop war rundum gelungen und eine wertvolle Unterstützung für die Selbsthilfe und ehrenamtlichen Berater.

Ute Lapp, Teilnehmerin des Workshops

 


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