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31. Januar 2023

DCIG fordert barrierearme Katastrophenwarnungen

Mehr als 750 Menschen haben sich an der Umfrage der DCIG zu den Ergebnissen des bundesweiten Warntags beteiligt. Das Ergebnis ist eindeutig: Barrieren müssen abgebaut werden. 

3/4 der Nutzer haben vom Warntag gewusst

Der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz muss auch für Menschen mit Hörbehinderungen barrierefrei oder zumindest barrierearm sein. Das fordert die DCIG und hat bereits Kontakt zum Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) aufgenommen.

Nur drei Viertel der Teilnehmer erhalten eine Warnung

Eine nicht repräsentative Umfrage mit 765 Teilnehmern hat gezeigt, dass ein Viertel der Teilnehmer die Warnungen am bundesweiten Warntag nicht erhalten hat, obwohl fast alle Teilnehmer vorher erfahren hatten, dass gewarnt wurde. Für Annalea Schröder, die Politische Referentin der DCIG, ist das trotzdem eine gute Ausgangslage. Aber natürlich müsse sich die Quote noch deutlich verbessern. Interessant werde auch der Vergleich mit den Zahlen des BBK, um festzustellen, ob hörbehinderte Menschen weniger häufig die Warnungen erhalten, als der Rest der Bevölkerung.  

Cell Broadcast - gute Lösung

Bemerkenswert ist, wie bedeutend die Warnungen über die Smartphones sind. Fast jeder zweite Teilnehmer hat den Hinweis über eine Push-Nachricht erhalten. Damit habe sich Cell-Broadcast als Ergänzung zum bisherigen Warnmix bewährt, so Annalea Schröder. Erstmals hat das BKK Warnungen über die Funkzellen der Mobilfunknetze verschickt. Und immerhin gut 20 Prozent der Menschen haben die Mitteilung zusätzlich oder ausschließlich über Warn-Apps wie „Nina“ oder Katwarn erhalten. 

Lösungen für die Nacht

Die Umfrage hat außerdem gezeigt, dass viele Menschen Sorgen haben, wenn der Katastrophenfall nachts eintritt. Sie befürchten, Warnungen im Schlaf nicht mitzubekommen, weil sie keine Hörhilfen tragen. Auch hier fordert die DCIG Lösungen.

Forderungen bestehen seit Jahren

Mit der Frage, wie der Katastrophenschutz barrierearm umgesetzt werden kann, beschäftigen sich Fachverbände schon länger. Nach dem Hochwasser im Ahrtal im Juli 2021 hat das BKK auf Mängel im Warnsystem reagiert und zum Beispiel die Warnungen über Cell Broadcast eingeführt. Kritik gab es aber bereits zu dem Zeitpunkt vom Sozialverband VDK, dass die Barrierefreiheit bei den Neuerungen keine Rolle gespielt habe. Der Deutsche Gehörlosenbund warf der Regierung vor, die UN-Behindertenrechtskonvention verletzt zu haben und auch die Bundesfachstelle sah dringenden Handlungsbedarf. Die DCIG hat im Jahr 2021 ein sicheres Katastrophen-Warnsystem gefordert und ein Webinar zum Thema veranstaltet.

Seitdem gebe es aber Fortschritte, so Annalea Schröder: "Wir haben schon das Gefühl, dass auch das Thema Barrierefreiheit zunehmend mehr mitgedacht wird. Zwar noch nicht genug, aber es tut sich was.“ Die DCIG möchte jetzt die Aufmerksamkeit aufrecht erhalten und weiter Druck ausüben. Zwar sei die Umfrage nicht repräsentativ, sie betone aber dennoch die Bedeutung eines barrierefreien Katastrophenschutzes und die Relevanz des Themas.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage sind auf der Seite der DCIG abrufbar. 


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