Leben mit Hörbehinderung

Das Cochlea-Implantat im Alltag

Zu Hause:
Auch wenn das Cochlea-Implantat für die Betroffenen fester Bestandteil des Alltags ist, gibt es Situationen, in denen der Sprachprozessor im Alltag nicht getragen werden kann.

Beim Duschen muss der Sprachprozessor abgenommen werden, um den Eintritt von Wasser zu vermeiden. Manche Sprachprozessoren sind „spritzwassergeschützt”, auch diese sollten abgenommen werden, bevor man ins Wasser geht.

Auch beim Schlafen werden die externen Komponenten des Cochlea-Implantat-Systems von den meisten abgelegt, Cochlea-Implantat-Träger sind also wieder gehörlos. Für das Wecken benötigen sie deshalb Hilfsmittel wie den Licht- oder Vibrationswecker, die von der Krankenkasse finanziert werden.

Für den Wohnbereich können Cochlea-Implantat-Träger zur Ergänzung der Klingelanlage ein Gerät für Lichtsignale erhalten. Es gibt auch Rauchmelder mit Lichtsignalen. Die Kommunikation kann bei Bedarf durch FM-Anlagen oder Induktion unterstützt werden. Zum Telefonieren gibt es hierfür spezielle Telefone.

Beim Sport:
Die Ausübung der meisten Sportarten ist mit Cochlea-Implantat möglich. Eine Ausnahme stellen neben dem Schwimmen einige Kampfsportarten dar, da die implantierten Teile durch Stürze und Schläge auf den Kopf gefährdet werden können. Bei starker Schweißentwicklung besteht zudem die Möglichkeit, dass der Sprachprozessor kurzfristig nicht funktioniert. Die Entwicklung von Sprachprozessoren, die auch beim Schwimmen getragen werden können, geht voran.

Beim Friseurbesuch:
Bei Friseurbesuchen muss der Sprachprozessor abgenommen werden, damit der Friseur oder die Friseurin ihre Arbeit machen kann. Weisen Sie vorher darauf hin, dass Sie ohne Sprachprozessor nichts hören können, damit keine Irritationen entstehen.

Auf Reisen:
Zur Wirkung der Magnetschleusen an Flughäfen in Bezug auf das Cochlea-Implantat gibt es keine Untersuchungen, sondern lediglich Empfehlungen der einzelnen Hersteller. Sollten Sie unsicher sein, machen Sie das Flughafenpersonal auf das Cochlea-Implantat aufmerksam und bitten darum, außerhalb der Schleuse durchgehen zu dürfen. Weil es aber nicht immer leicht ist, dem Sicherheitspersonal zu erklären, worauf genau zu achten ist, hat der ADAC ein Formular entwickelt, das Sie sich Opens internal link in current windowhier auf der Website der DCIG als PDF-Datei herunterladen können. Mit Unterschrift und Stempel eines Arztes versehen, hilft es Ihnen unkompliziert durch die Flughafenkontrolle zu gelangen, ohne die Metallschleuse zu durchqueren. Sie werden dann manuell abgetastet. Viele Cochlea-Implantat-Träger durchqueren die Schleuse auch bedenkenlos und berichten von keinen Auswirkungen auf das Cochlea-Implantat. Das Ausschalten des Sprachprozessors bei Start und Landung wird empfohlen.

 

Das sagen Menschen mit Cochlea-Implantat:

„Seitdem ich mit meinen beiden Cochlea-Implantaten hören kann, stehe ich voll im Leben. Ich kann mit meiner Schwester reden, höre die Geschichten, die Mama mir erzählt, und singe mit Papa Lieder. Ich höre die Vögel und tanze zur Musik. Ich spiele mit meinen Freundinnen im Kindergarten und freue mich auf die Einschulung in der Grundschule. Ich kann hören und sprechen – toll!”
- Hannah Weber

„Seit ich mit Cochlea-Implantat wieder hören kann, habe ich Lebensmut und Lebensfreude zurückgewonnen. Das beginnt beim Hören von Musik, geht über den Genuss von Hörbüchern bis hin zur Freude über Kindergeschrei, nicht nur des eigenen Kindes...”
- Michael Schwaninger

„Was kann es Schöneres geben als das Lachen von Kindern! Dank Cochlea-Implantat kann ich meine Enkel und mein Pflegekind verstehen und mit ihnen viele schöne Unternehmungen starten.”
- Elvira Mager

„Mit meinen beiden Cochlea-Implantat kann ich die Meditation wieder genießen, weil ich sicher bin, die Worte unseres Lehrers auch mit geschlossenen Augen zu verstehen, und die feinen Töne der Klangschale hören kann. Das macht mich sehr glücklich.”
- Regine Zille

„Bei uns gibt es sehr viele Bussarde. Manchmal hört man sie rufen, wenn sie fliegen. Seit dem Cochlea-Implantat kann ich die Bussarde wieder rufen hören und vor allem genau feststellen, wo sie sich im Augenblick befinden. Hurra, mein Richtungshören funktioniert.”
- Johannes Schweiger

 

Quelle: DCIG, Broschüre „Fragen und Antworten zum Cochlea-Implantat”

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