Zuzahlung bei Hörhilfen: mehr als 1.600 Euro

Fast jeder zweite Mensch, der ein Hörgerät bekommt, zahlt kräftig aus eigener Tasche dazu. Für ein kleineres Design, KI-Unterstützung oder andere technische Features, greift der oder die Deutsche tief in die Tasche. 

Fast jeder zweite zahlt beim Hörgerät dazu. Symbolfoto: BVHI

Rund 43 Prozent der gesetzlich Versicherten entscheiden sich bei einer Hörhilfenversorgung für eine Ausführung mit Mehrkosten. Dafür zahlen sie im Durchschnitt 1.656,99 Euro zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung. Damit liegen Hörhilfen deutlich über allen anderen Hilfsmittelgruppen. Das geht aus dem jüngst veröffentlichen Mehrkostenbericht der gesetzlichen Krankenkassen hervor. 

Besonders auffällig ist das Verhältnis zur Zahl der Fälle: Hörhilfen machen lediglich 5,9 Prozent aller Hilfsmittelversorgungen mit Mehrkosten aus – also etwa jeden 17. Mehrkostenfall. Gleichzeitig entfallen auf sie mit knapp 697 Millionen Euro fast zwei Drittel der gesamten Mehrkosten in der Hilfsmittelversorgung.

Versicherten muss zunächst die günstigste Versorgung angeboten werden

Grundsätzlich gilt: allen gesetzlich Versicherten muss zunächst eine mehrkostenfreie Versorgung angeboten werden. Zusätzliche Kosten dürfen entstehen, wenn Versicherte bewusst Extras wählen, die etwa dem Komfort oder der Ästhetik dienen und medizinisch nicht notwendig sind. Der GKV-Spitzenverband betont, dass eine verständliche Beratung über den Leistungsanspruch und mögliche Mehrkosten entscheidend sei.

Die GKV-Ausgaben für Hilfsmittel stiegen 2025 auf rund 12,1 Milliarden Euro. Der Verband fordert zusätzliche Transparenz darüber, weshalb Versicherte von der mehrkostenfreien Regelversorgung abweichen.

(mr) / Quelle: GKV-Spitzenverband, Mehrkostenbericht für das Jahr 2025

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