Verbände fordern schnelle Auracast-Integration in Hörsysteme

Der Deutsche Hörverband, die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft und der Deutsche Schwerhörigenbund fordern eine zügige und nutzerfreundliche Einführung von Auracast für Menschen mit Hörbeeinträchtigung. Dazu gibt es ein gemeinsames Positionspapier.

In dem gemeinsamen Positionspapier sprechen sich die Verbände dafür aus, den Bluetooth-basierten Übertragungsstandard in alle Hörhilfen zu integrieren – ausdrücklich auch in Power-Hörgeräte und Cochlea-Implantat-Prozessoren.

Auracast ermöglicht die gleichzeitige drahtlose Übertragung eines Audiosignals an eine Vielzahl von Empfangsgeräten. Nach Einschätzung der Verbände hat die Technik das Potenzial, induktive Höranlagen langfristig zu ergänzen oder zu ersetzen. Voraussetzung seien unter anderem eine geringe Latenz, herstellerübergreifende Kompatibilität, Datenschutz sowie eine einfache Auswahl und Nutzung der Audiostreams. Die erforderlichen Funktionen sollten ohne Aufpreis und auch in Geräten der Regelversorgung verfügbar sein.

Induktive Höranlagen zusätzlich nötig

Für eine Übergangszeit halten die Verbände induktive Höranlagen jedoch weiterhin für unverzichtbar. Aufgrund der langen Nutzungsdauer von Hörhilfen werde es Jahre dauern, bis Auracast flächendeckend eingesetzt werden könne. Bei Neuinstallationen empfehlen sie deshalb eine Kombination aus induktiver Höranlage und vorbereiteter oder bereits integrierter Auracast-Lösung. Bestehende Anlagen könnten um Auracast-Sender ergänzt werden. Zudem fordern die Verbände leicht bedienbare Leih-Empfänger für Menschen ohne kompatibles Hörsystem sowie deutlich sichtbare Hinweise auf vorhandene Anlagen und verfügbare Audiostreams.

In einem Beitrag über die Auracast-Einführung an Flughäfen hat die Schnecke ausführlich berichtet und aktualisiert die Beiträge nach Bedarf. 

Quelle: Gemeinsames Positionspapier von Deutscher Hörverband e.V., Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft e.V. und Deutscher Schwerhörigenbund e.V.


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