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6. Februar 2026

Queen Elizabeth Prize 2026: Pioniere der Cochlea-Implantate ausgezeichnet

Der Queen Elizabeth Prize for Engineering würdigt 2026 wegweisende Ingenieurleistungen im Bereich neuronaler Schnittstellen. Im Mittelpunkt der Auszeichnung stehen unter anderem die bahnbrechenden Entwicklungen moderner Cochlea-Implantate, die mehr als einer Million Menschen mit schwerem bis hochgradigem Hörverlust neues Hören ermöglichen.

Foto: Jason Alden
Die Preisträger 2026 in London (von links): Jocelyne Bloch, Grégoire Courtine, Pierre Pollak, Alim Louis Benabid, John Donoghue, Graeme Clar, Ingeborg und Erwin Hochmair. Foto: © 2026 Jason Alden

Professor Graeme Clark, Professor Dr. Erwin Hochmair, Dr. Ingeborg Hochmair und Professor Blake Wilson haben für ihre Beiträge zur Entwicklung der Cochlea-Implantat-Technologie die international renommierte Auszeichnung des Queen Elizabeth Prize for Engineering erhalten. Ihre Arbeiten reichen von Fortschritten in der elektrischen Stimulation und Mehrkanal-Systemen bis hin zu Miniaturisierung und moderner Sprachsignalverarbeitung.

Cochlea-Implantate zählen heute zu den etabliertesten Neuroprothesen. Sie wandeln Schall in elektrische Impulse um, die den Hörnerv direkt stimulieren, und ermöglichen so funktionales Hören selbst bei ausgeprägter Taubheit. Was einst als experimentell galt, hat sich dank jahrzehntelanger Ingenieur- und Forschungsarbeit zu einer zuverlässigen medizinischen Technologie entwickelt, die weltweit bei über einer Million Nutzerinnen und Nutzern im Einsatz ist.

Über eine Million Menschen hören dank Cochlea-Implantat

„Cochlea-Implantate galten lange Zeit als unmöglich. Heute zeigen sie, was erreicht werden kann, wenn Ingenieurwesen, Medizin und Nutzer gemeinsam an einem Ziel arbeiten“, betont Ingeborg Hochmair in einer Pressemitteilung des Queen Elizabeth Prize for Engineering. Auch Graeme Clark verweist auf die gesellschaftliche Bedeutung der Technologie: Die Mehrkanal-Stimulation des Hörnervs habe den Weg für ein völlig neues Feld der Medizintechnik geebnet. Aktuelle Entwicklungen wie ein vollimplantierbares Cochlea-Implantat zeigen, dass die Technologie weiterhin rasant voranschreitet und zunehmend individualisiertes, natürlicheres Hören ermöglicht.

Weitere Preisträger helfen bei Bewegungseinschränkungen

Zu den weiteren Preisträgern zählen:

  • Prof. John Donoghue: Seine Arbeit an der Entwicklung von Gehirn-Computer-Schnittstellen ermöglicht es, neuronale Aktivität zu entschlüsseln und in Steuerbefehle für externe Geräte zu übersetzen. So können Menschen mit Lähmungen Bewegung und Kommunikation zurückgewinnen.
  • Prof. Alim Louis Benabid und Prof. Pierre Pollak: Ihre ingenieurwissenschaftlichen Beiträge zu Elektroden-Design und programmierbaren Stimulationssystemen haben die Behandlung von Bewegungsstörungen wie Parkinson grundlegend verändert und Tausenden Patientinnen und Patienten geholfen.
  • Prof. Jocelyne Bloch und Prof. Grégoire Courtine: Ihre Entwicklung von elektronischer Rückenmarkstimulation ermöglicht es, durch gezielte elektrische Impulse und fortschrittliche Rehabilitationsprotokolle  neuronale Schaltkreise zu reaktivieren und Menschen mit Rückenmarksverletzungen die willentliche Bewegung teilweise zurückzugeben.

Der Queen Elizabeth Prize vor Engineering wurde vor 13 Jahren ins Leben gerufen und zeichnet bahnbrechende Innovationen im Ingenieurwesen aus, die der Menschheit weltweit zugutekommen. In den Vorjahren wurden unter anderem Erfinder im Bereich Machine Learning (2025) und Windenergie (2024) geehrt. Die Preisträger teilen sich ein Preisgeld von 500.000 Britischen Pfund. 

Quellen: Queen Elizabeth Prize for Engineering, Med-El


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