Schnecke 94

CI- und Hörgeräteversorgung weltweit 

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Sicher durchs MRT mit Implantat

MED-EL macht Hörimplantate fit für die Magnetresonanztomographie

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Cochlear Deutschland

Kanso, die neue intelligente, einfache, diskret am Kopf getragene Hörlösung

CI-TAG 2017

Patienten informieren Ärzte – werden Sie CI-Botschafter – Preise winken

Wie funktioniert die CI- und Hörgeräteversorgung außerhalb Deutschlands? Die Kostenübernahme bei der Versorgung mit Hörsystemen ist nicht in jedem Land gleich und auch in der lebenslangen Nachsorge und Rehabilitation gibt es rund um den Globus große Unterschiede.

Allein 80% der Menschen mit Hörstörung leben in Ländern mit geringen oder mittleren Einkommen. Ursachen für Hörstörungen sind dort Infektionen und mangelnde Impfprogramme. Die weltweite Bereitstellung von Hörgeräten beispielsweise deckt weniger als 3% des Bedarfs dieser Länder ab. In Ulan Bator dagegen wurde mit einfachsten Mitteln ein Otoplastik-Labor eingerichtet. Mittlerweile zahlt der mongolische Staat die Hörgeräteversorgung bei Kindern und seit 2013 werden auch CI-Implantationen vorgenommen. Anders die Situation in Ruanda: Dort wurden bisher noch keine CI-Operationen durchgeführt. Man sei aber in Vorbereitungen, um die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Doch wer soll die Implantation dort bezahlen? In England dagegen gibt es eine allgemeine staatliche, steuerfinanzierte Gesundheitsversorgung, das National Health System. Es trägt die Kosten eines CIs. In den Niederlanden hängt es von der jeweiligen Versicherung ab, wer für die Kosten aufkommt. Über diese und weitere Themen zur weltweiten Hörsystemversorgung erfahren Sie in der aktuellen Schnecke.

Weitere Themen in Schnecke Nr. 94 sind:

- Technische Hilfsmittel und ihre Ankopplung an CI und Hörgerät
- Wie wichtig ist eine genetische Untersuchung vor einer CI- Versorgung?
- Tinnitus: Die rätselhafte Volkskrankheit
- Ohne Rehabilitation bleibt das Hören mit CI unvollkommen
- Ist Selbsthilfe eine Frage des Alters?
- Kongress fordert: Eine Schule für alle!
- Auch ein Coda ist ein ganz normales Kind

Cochlear Deutschland

Kanso, die neue intelligente, einfache, diskret am Kopf getragene Hörlösung

13. Juni 2016

CI-Tag 2016 Leipzig1

Sprich mit mir“ – Fehlanzeige!

Drei Landesregierungen demonstrieren ihr Desinteresse an gelebter Inklusion

Drei Kultusminister waren eingeladen, am CI-Tag 2016 mit Hörgeschädigten über Inklusion in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu sprechen. Keiner erschien. Keiner schickte auch nur einen Vertreter ins Haus des Buches zu Leipzig. Allein die CDU-Landtagsabgeordnete Angela Gorr aus Halle vertrat „die Politik“ - und schlug sich umso wackerer.

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun,“ zitierte Angela Gorr ihre eigene Homepage. Sie ist behindertenpolitische Sprecherin ihrer Partei in Sachsen-Anhalt und ermunterte die rund sechzig Teilnehmer des 8. Mitteldeutschen CI-Symposiums: „Versuchen Sie sich politisch einzumischen! Treten Sie Ihren Lokalpolitikern auf die Füße!“

Wo Inklusion - halbwegs - funktioniert, das hatte die vorangehende Diskussion eindringlich gezeigt, funktioniert sie wegen des bewundernswerten Engagements Einzelner; seien es Schulleiter, Lehrer oder, oft genug, Eltern, die manchmal sogar eigenhändig dafür sorgen, dass die Akustik in Klassenzimmern stimmt.

Barbara Gängler, die Geschäftsführerin des CIV Mitteldeutschland, berichtete von frustrierenden Bemühungen, im Internet handliche Informationen über Inklusionsmaßnahmen in den drei mitteldeutschen Bundesländern zu finden: zwei magere Seiten dazu fand sie in Sachsen und Sachsen-Anhalt, und „in Thüringen gibt’s nichts.“

Mangels offizieller Weiterbildungsmaßnahmen bietet der Cochlear Implant Verband Mitteldeutschland selbst Workshops für Lehrer an, um ihnen nahezubringen, was es bedeutet, wenn in ihren Klassen hörgeschädigte Kinder sitzen. Die Reaktion? Mager. Insbesondere „in Sachsen beißen wir auf Granit,“ so Barbara Gängler.

Aber alle drei Bundesländer haben Inklusion offiziell zu ihrer Politik erklärt. Was eigentlich bedeutet, wie der Pädagogik-Professor Dr. Andreas Hinz aus Halle erläuterte, nicht nur in der Bildungspolitik „radikal umzusteuern“. Wer Inklusion wirklich wolle, müsse „eine Schule für Alle“ einführen. Katharina Kubitz vom Berufsbildungswerk Leipzig regte an, MIT Hörgeschädigten und anderen Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu reden, statt ÜBER sie: auch das wäre gelebte Inklusion.

Die Bildungsverantwortlichen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten dazu am 11. Juni eine große Chance gehabt. Eltern und ehemalige Schülerinnen schilderten im Haus des Buches eindrucksvoll, wie sie Inklusion im Alltag erlebt oder – öfter – eben nicht erlebt haben. Selten wird so offen und konstruktiv diskutiert wie an diesem CI-Tag in Leipzig. Die zuständigen Ministerien haben eine große Chance mutwillig verpasst. (uk)

 

16. November 2016

England wartet auf Euch!

Wo seid Ihr Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 16 Jahren, die gleichaltrige Jugendliche aus Europa treffen wollen?
Wie jeden Sommer findet auch 2017 wieder in der Nähe von Leeds/England die European Friendship Week, kurz EFW, statt.

Hier verbringen Jugendliche und Betreuer aus verschiedenen europäischen Ländern gemeinsam eine abwechslungsreiche, fröhliche, informative Woche. Alle wohnen und essen zusammen in einem Internat, einer Schule für Gehörlose und Schwerhörige, deren Schüler dann schon Sommerferien haben.
Jeden Tag gibt es ein anderes Programm, an dem jeder nach seinen Fähigkeiten teilnimmt. Hauptsache für alle ist die Freude und der Spaß, etwas gemeinsam zu machen und zu erleben. Auch wenn einige Jugendliche in den ersten Tagen noch etwas zurückhaltend sind, spätestens am dritten Tag ist auch der Letzte aufgetaut. Bisher war noch jeder Abschied tränenreich, und es bestehen vielfach seit Jahren Kontakte und Freundschaften auch über Ländergrenzen hinweg. Dank WhatsApp, E-Mail und Skype.
The Ear Foundation ist Veranstalter dieser Ferienfreizeit. Deren Organisatoren und Betreuer sind überwiegend Gehörlosenlehrer und Sprachtherapeuten. Die EFW ist auch 2016 von der zuständigen staatlichen Stelle Ofsted geprüft und zum wiederholten Mal mit dem höchste Qualitätssiegel „Outstanding“ bewertet worden.
Es wäre schön, wenn Deutschland auch 2017 wieder mit vier Jugendlichen und einem oder zwei Betreuern, die ehrenamtlich und auf eigene Kosten die Gruppe begleiten, vertreten wäre. Sobald die Gruppe zusammengestellt ist, wird sie von hier an The Ear Foundation gemeldet und die Jugendlichen beginnen sich, z.B. über WhatsApp, kennenzulernen.
Die Kosten 2017 betragen pro Jugendlichem 275,- engl. Pfund + Flug von Deutschland nach Leeds ca. 300€ + An- und Abreise zum Deutschen Flughafen + Taschengeld für Ausflüge + Gruppen-T-Shirt.
Wenn Du jetzt Lust hast, vielleicht dabei zu sein, kannst Du Dich um einen Platz für die Deutsche Gruppe bewerben, wenn Du:
• ein- oder beidseitig CI versorgt bist
• fast 14 Jahre, aber höchstens 16 Jahre alt bist
• Mut und Lust hast, Deine Englischkenntnisse anzuwenden
• auch mit Händen und Füßen kommunizieren kannst – wie alle anderen auch
• von Sonntag, 23.07. – Samstag, 29.07.2017 Ferien hast oder Schulbefreiung bekommst
• und Dich bei mir schnellstmöglich meldest unter s-m.meier@web.de
Wenn Ihr nicht mitfahrt, verpasst Ihr etwas! Nur Mut, es wird bestimmt wieder klasse.
Susanne Meier

 


Foto: Die Teilnehmer der European Friendship Week von 2014.

 


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